GDP – Good Distribution Practice: Qualitätssicherung im Arzneimittelvertrieb

GDP (Good Distribution Practice, dt. Gute Vertriebspraxis) ist ein Qualitätssicherungssystem für den ordnungsgemäßen Vertrieb von Arzneimitteln vom Hersteller bis zur Abgabestelle. Die GDP-Leitlinien stellen sicher, dass Qualität und Integrität der Arzneimittel auf dem gesamten Lieferweg erhalten bleiben – einschließlich Lagerung, Transport und Dokumentation.

Die gesetzliche Grundlage für GDP in der EU bildet die EU-Leitlinie 2013/C 343/01 für den Großhandel mit Arzneimitteln. In Deutschland wird GDP durch die Betriebsverordnung für pharmazeutische Großhändler (PharmBetrV) konkretisiert. Jedes Unternehmen im Vertriebsweg – vom Hersteller über den Importeur und Großhändler bis zur Apotheke – muss GDP-konform arbeiten und eine entsprechende Großhandelserlaubnis nach § 52a AMG besitzen.

Kernpunkte der GDP umfassen: die Einhaltung festgelegter Temperaturlimits (besonders relevant für Kühlarzneimittel und Biologika), lückenlose Qualifikation und Schulung des Personals, ein funktionierendes Rückverfolgbarkeitssystem (Serialisierung nach der EU-Fälschungsschutzrichtlinie), ein dokumentiertes Qualitätsmanagementsystem sowie klare Verfahren für Retouren und Rückrufe. Die Anforderungen an die Lagerinfrastruktur beinhalten temperaturüberwachte Lager, gesicherte Bereiche für gefälschungsverdächtige Ware und getrennte Zonen für beschädigte oder gesperrte Chargen.

GDP und GMP ergänzen sich: Während GMP die Herstellungsqualität sicherstellt, übernimmt GDP die Verantwortung ab dem Zeitpunkt, an dem das fertige Arzneimittel das Herstellerwerk verlässt. Eine besondere Herausforderung stellt die letzte Meile der Lieferkette dar: Kurierdienste, die Arzneimittel zum Patienten transportieren, müssen ebenfalls GDP-Anforderungen erfüllen – ein wachsendes Thema im Kontext des Onlinehandels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten.

Die Überwachung der GDP-Konformität liegt bei den zuständigen Landesbehörden in Deutschland, die regelmäßige Inspektionen durchführen. Bei Mängeln können die Behörden Auflagen erteilen, den Betrieb einschränken oder die Großhandelserlaubnis entziehen. Aktuelle Herausforderungen für die GDP-Compliance sind die Digitalisierung der Lieferkette, die Integration von Serialisierungssystemen und die zunehmende Bedeutung temperaturempfindlicher biologischer Arzneimittel wie Biosimilars und Gentherapeutika.

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