Sanitätshäuser in Deutschland
Sanitätshäuser versorgen Patienten mit Hilfsmitteln und passen diese individuell an, von Prothesen, Orthesen und Einlagen über Rollstühle, Rollatoren und Pflegebetten bis zu Kompressionsstrümpfen, Inkontinenz- und Stomaversorgung sowie Homecare. Bundesweit gibt es rund 4.500 Sanitätshäuser und Orthopädietechnik-Betriebe mit etwa 48.000 Beschäftigten (BIV-OT); zusammen leisten sie über 25 Millionen Hilfsmittelversorgungen im Jahr. Um gesetzlich Versicherte beliefern zu dürfen, brauchen sie einen Versorgungsvertrag mit den Krankenkassen und den Eignungsnachweis der Präqualifizierung (§§ 126, 127 SGB V). Die Orthopädietechnik ist ein zulassungspflichtiges Handwerk mit Meisterpflicht. Im Verzeichnis finden Sie Sanitätshäuser nach Bundesland und Stadt, mit Adresse und Kontaktdaten.
Verzeichnis zuletzt aktualisiert im Mai 2026Sanitätshäuser
Sanitätshäuser versorgen Patienten mit Hilfsmitteln und passen diese individuell an, von Prothesen, Orthesen und Einlagen über Rollstühle, Rollatoren und Pflegebetten bis zu Kompressionsstrümpfen, Inkontinenz- und Stomaversorgung sowie Homecare. Bundesweit gibt es rund 4.500 Sanitätshäuser und Orthopädietechnik-Betriebe mit etwa 48.000 Beschäftigten (BIV-OT); zusammen leisten sie über 25 Millionen Hilfsmittelversorgungen im Jahr. Um gesetzlich Versicherte beliefern zu dürfen, brauchen sie einen Versorgungsvertrag mit den Krankenkassen und den Eignungsnachweis der Präqualifizierung (§§ 126, 127 SGB V). Die Orthopädietechnik ist ein zulassungspflichtiges Handwerk mit Meisterpflicht. Im Verzeichnis finden Sie Sanitätshäuser nach Bundesland und Stadt, mit Adresse und Kontaktdaten.
Häufige Fragen zu Sanitätshäuser
Was ist ein Sanitätshaus?
Ein Sanitätshaus versorgt Patienten mit medizinischen Hilfsmitteln, von Prothesen, Orthesen und Kompressionsstrümpfen bis zu Rollstühlen, Pflegebetten und Homecare. Es gibt die Produkte nicht nur ab, sondern passt sie individuell an und rechnet mit der Krankenkasse ab.
Wie viele Sanitätshäuser gibt es in Deutschland?
Bundesweit gibt es rund 4.500 Sanitätshäuser und Orthopädietechnik-Betriebe mit etwa 48.000 Beschäftigten, die zusammen über 25 Millionen Hilfsmittelversorgungen im Jahr leisten (BIV-OT). Die Branche ist überwiegend mittelständisch und handwerklich geprägt.
Welche Hilfsmittel bekomme ich im Sanitätshaus?
Typisch sind Orthopädietechnik (Prothesen, Orthesen, Einlagen, Bandagen), Reha-Technik (Rollstühle, Rollatoren, Pflegebetten), Kompressionsstrümpfe, Inkontinenz- und Stomaversorgung, Brustprothesen sowie Homecare-Leistungen wie moderne Wundversorgung.
Wie bekomme ich als Kassenpatient ein Hilfsmittel?
Sie benötigen in der Regel ein ärztliches Hilfsmittelrezept. Das Sanitätshaus muss Vertragspartner Ihrer Krankenkasse sein (nachgewiesen über die Präqualifizierung) und rechnet die Versorgung direkt mit der Kasse ab. Es bleibt nur die gesetzliche Zuzahlung.
Wie hoch ist die Zuzahlung für Hilfsmittel?
Die gesetzliche Zuzahlung beträgt 10 Prozent des Preises, mindestens 5 und höchstens 10 Euro je Hilfsmittel; bei Verbrauchshilfsmitteln höchstens 10 Euro für den Monatsbedarf. Unter 18-Jährige sind befreit, ebenso wer die Belastungsgrenze erreicht hat.
Was ist eine Mehrkostenvereinbarung?
Wünschen Versicherte eine über das Notwendige hinausgehende, höherwertige Ausführung, zahlen sie die Differenz als Mehrkosten selbst, geregelt in einer schriftlichen Mehrkostenvereinbarung. Das Sanitätshaus muss zugleich eine aufzahlungsfreie Standardversorgung anbieten und darüber aufklären.
Was bedeutet Präqualifizierung?
Die Präqualifizierung ist der Eignungsnachweis, mit dem ein Sanitätshaus belegt, dass es die fachlichen und personellen Anforderungen für die Hilfsmittelversorgung erfüllt. Eine akkreditierte Stelle stellt ein auf höchstens fünf Jahre befristetes Zertifikat aus; es hat die frühere Kassenzulassung abgelöst.
Braucht ein Sanitätshaus einen Meister?
Die Orthopädietechnik ist ein zulassungspflichtiges Handwerk mit Meisterpflicht. Wer einen Betrieb selbstständig führt und Hilfsmittel anfertigt oder anpasst, braucht in der Regel den Orthopädietechnik-Meister. Der reine Verkauf vorgefertigter Produkte erfordert ihn nicht.
Bieten Sanitätshäuser Hausbesuche an?
Ja, viele Sanitätshäuser bieten Hausbesuche und Homecare an, etwa zur Anpassung von Hilfsmitteln, zur Wundversorgung oder zur Versorgung in Pflegeheimen. Das Angebot unterscheidet sich je nach Haus.
Wie finde ich ein Sanitätshaus in meiner Nähe?
Auf Sanoliste sind Sanitätshäuser nach Bundesland und Stadt verzeichnet, mit Adresse, Telefon und Website. So finden Sie schnell einen Anbieter in Ihrer Nähe für Ihr Rezept oder Ihre Hilfsmittelversorgung.
Sanitätshäuser in Deutschland: Zahlen und Leistungen
Sanitätshäuser sind die zentrale Anlaufstelle, wenn Ärzte Hilfsmittel verordnen. Sie geben die Produkte nicht nur ab, sondern passen sie individuell an und beraten die Patienten. Die Branche ist stark mittelständisch und handwerklich geprägt.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Sanitätshäuser und Orthopädietechnik-Betriebe | rund 4.500 |
| Beschäftigte | rund 48.000 |
| Hilfsmittelversorgungen pro Jahr | über 25 Millionen |
| Hilfsmittelmarkt der GKV (gesamt) | rund 11,5 Mrd. Euro (2024) |
Quellen: BIV-OT, GKV-Spitzenverband.
Größenvorteile entstehen vor allem über Verbundgruppen wie Sanitätshaus Aktuell, rehaVital, ORTHEGROH oder den Reha-Service-Ring, die Einkauf, Kassenverträge und Qualitätsmanagement bündeln.
Leistungen und Produktbereiche
Das Angebot eines Sanitätshauses reicht weit über den Verkauf hinaus:
- Orthopädietechnik: Prothesen, Orthesen, Bandagen und Einlagen, oft individuell gefertigt.
- Reha-Technik: Rollstühle, Rollatoren, Pflegebetten und weitere Mobilitätshilfen.
- Kompressionstherapie: medizinische Kompressionsstrümpfe nach Maß.
- Inkontinenz- und Stomaversorgung.
- Homecare: häusliche Versorgung mit moderner Wundversorgung, enteraler Ernährung und Tracheostomaversorgung.
- Brustprothesen nach Brustoperationen sowie Hilfsmittel für die Pflege.
Hilfsmittel auf Rezept: Anspruch und Hilfsmittelverzeichnis
Gesetzlich Versicherte haben nach § 33 SGB V Anspruch auf Hilfsmittel, die den Erfolg der Behandlung sichern, einer Behinderung vorbeugen oder sie ausgleichen. Grundlage ist in der Regel eine ärztliche Verordnung, das Hilfsmittelrezept. Welche Produkte erstattungsfähig sind, führt das Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands (§ 139 SGB V); jedes gelistete Produkt trägt eine zehnstellige Hilfsmittelnummer mit definierten Qualitätsanforderungen. Das Sanitätshaus rechnet die Versorgung direkt mit der Krankenkasse ab.
Versorgungsverträge und Präqualifizierung
Hilfsmittel an gesetzlich Versicherte dürfen nur Vertragspartner der Krankenkassen abgeben (§ 126 SGB V). Den Eignungsnachweis erbringt das Sanitätshaus über die Präqualifizierung: Eine unabhängige, akkreditierte Präqualifizierungsstelle bestätigt mit einem auf höchstens fünf Jahre befristeten Zertifikat, dass der Betrieb die fachlichen und personellen Anforderungen erfüllt. Auf dieser Basis schließen Sanitätshäuser Verträge mit den Kassen, meist über das Beitrittsrecht zu bestehenden Verträgen (§ 127 SGB V). Mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz wurden 2019 die zuvor üblichen Ausschreibungen abgeschafft, um Qualität und Wahlfreiheit der Versicherten zu stärken.
Kosten: Zuzahlung und Mehrkosten
Bei der Versorgung über die Krankenkasse zahlen Versicherte die gesetzliche Zuzahlung von 10 Prozent, mindestens 5 und höchstens 10 Euro je Hilfsmittel; bei Verbrauchshilfsmitteln höchstens 10 Euro für den Monatsbedarf. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind befreit, ebenso wer die Belastungsgrenze erreicht. Wünschen Versicherte eine höherwertige Ausführung, die über das Notwendige hinausgeht, tragen sie die Mehrkosten über eine schriftliche Mehrkostenvereinbarung selbst. Das Sanitätshaus muss aber stets auch eine aufzahlungsfreie Standardversorgung anbieten und darüber informieren.
Orthopädietechnik als Handwerk
Das Herzstück vieler Sanitätshäuser ist die Orthopädietechnik-Werkstatt. Die Orthopädietechnik ist ein zulassungspflichtiges Handwerk (Anlage A der Handwerksordnung) und unterliegt damit der Meisterpflicht: Wer einen Betrieb selbstständig führt und Hilfsmittel anfertigt oder anpasst, braucht in der Regel den Orthopädietechnik-Meister. Ausgebildet wird im dualen Beruf Orthopädietechnik-Mechaniker. Der reine Verkauf vorgefertigter Produkte erfordert den Meister dagegen nicht.
Sanitätshaus in Ihrer Nähe finden
Da die Versorgung Beratung, Anprobe und oft individuelle Anpassung erfordert, ist ein Sanitätshaus in der Nähe wichtig. In diesem Verzeichnis finden Sie Sanitätshäuser nach Bundesland und Stadt, mit Adresse, Telefon und Website, um schnell einen Anbieter für Ihr Rezept oder Ihre Hilfsmittelversorgung zu erreichen. Viele Häuser bieten zudem Hausbesuche und Homecare an.