PZN, Pharmazentralnummer

Definition

Die Pharmazentralnummer (PZN) ist ein achtstelliger Identifikationsschlüssel für Arzneimittel, Medizinprodukte, apothekenübliche Waren und andere Gesundheitsprodukte in Deutschland. Sie wird von der Informationsstelle für Arzneispezialitäten GmbH (IFA GmbH) vergeben und ist auf jeder Arzneimittelpackung als Strichcode sowie als Klartext aufgedruckt.

Die PZN identifiziert ein pharmazeutisches Produkt eindeutig und fehlerfrei über die gesamte Lieferkette hinweg. In Apotheken, Krankenhäusern und im pharmazeutischen Großhandel ermöglicht sie die schnelle Bestellung, die Lagerverwaltung und die Abrechnung mit Krankenkassen. Jede Packungsgröße, jede Stärke und jede Darreichungsform eines Arzneimittels erhält dabei eine eigene PZN. Ein Wirkstoff in drei Packungsgrößen bekommt somit auch drei verschiedene PZN zugeordnet.

Die PZN beeinflusst zahlreiche Prozesse im Gesundheitswesen. Ihre Einführung geht auf die Bedürfnisse eines reibungslosen und transparenten Medikamentenmarktes zurück. Weil die IFA GmbH als privatwirtschaftliche Organisation im deutschen Gesundheitswesen die Vergabe übernimmt, gelangen nur zugelassene und ordnungsgemäß registrierte Produkte in den Verkehr. Bringt ein Hersteller ein neues Produkt auf den Markt, beantragt er zunächst eine PZN bei der IFA, bevor er die Zulassung beim BfArM beantragt.

Die PZN spielt nicht nur in der Apotheke eine wichtige Rolle, sondern auch bei digitalen Gesundheitsanwendungen. Diese verwalten und verarbeiten Medikamente samt ihrer PZN über Datenbanken und verbessern so die Patientensicherheit und die Betreuung.

Rechtliche Grundlagen

Die rechtlichen Grundlagen für die Vergabe und Nutzung der PZN sind in verschiedenen Gesetzen und Richtlinien verankert. Dazu gehören unter anderem das Arzneimittelgesetz (AMG), die Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) sowie die EU-Richtlinie 2011/62/EU zur Verhinderung von Arzneimittelfälschungen. Diese Vorschriften stecken den Rahmen für die Zulassung, die Überwachung und den Vertrieb von Arzneimitteln ab.

  • Arzneimittelgesetz (AMG): Dieses Gesetz regelt die Zulassung und Herstellung von Arzneimitteln in Deutschland. Es stellt sicher, dass nur sichere und wirksame Medikamente in den Verkehr gelangen und dass ihre Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit gewährleistet sind.
  • Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV): Diese Verordnung regelt die Verschreibung, Abgabe und Abrechnung von Arzneimitteln und ist für den reibungslosen Austausch zwischen Ärzten und Apotheken von zentraler Bedeutung.
  • EU-Richtlinie 2011/62/EU: Diese Richtlinie verpflichtet die Mitgliedstaaten dazu, Maßnahmen gegen Fälschungen im Arzneimittelhandel umzusetzen, und stellt sicher, dass die PZN als Teil des europäischen Identifikationssystems berücksichtigt wird.

Bedeutung in der Praxis

Die PZN prägt das tägliche operative Geschäft von Apotheken, Kliniken und der pharmazeutischen Industrie. In der Apotheke ist sie für die ordnungsgemäße Eingabe von Rezepten unverzichtbar, denn sie identifiziert das Medikament eindeutig und erhöht damit die Patientensicherheit. Auch bei der Bestellung von Arzneimitteln ist die PZN essenziell, weil sie eine präzise Zuordnung sichert und Verwechselungen vermeidet.

Für Online-Apotheken hat die Nutzung der PZN großes Gewicht, da sie eine effiziente und benutzerfreundliche Bestellung ermöglicht. Über die Eingabe der PZN finden Kunden das gewünschte Medikament einfach und schnell. Das erleichtert die Kaufentscheidung und reduziert Fehler.

Auch für Gesundheitseinrichtungen wie Kliniken ist die PZN von großer Wichtigkeit, denn diese benötigen regelmäßig Arzneimittel für ihre Patienten. In Verbindung mit anderen Systemen ermöglicht sie eine effiziente Beschaffung und Verwaltung von Arzneimitteln, sodass Patienten zeitgerecht versorgt werden.

Ein weiterer Aspekt ist die Rückverfolgbarkeit von Arzneimitteln. Bei Rückrufaktionen oder Zulassungsänderungen lässt sich schnell auf bestimmte Produkte reagieren, wodurch sich gefährliche Situationen vermeiden lassen. Das schafft nicht nur Sicherheit für die Patienten, sondern auch Vertrauen in das Gesundheitssystem.

Abgrenzung und verwandte Begriffe

Die PZN ist Teil eines größeren Systems zur Identifikation von Produkten im Gesundheitsbereich. Ein verwandter Begriff ist die GTIN (Global Trade Item Number), die international zur Identifizierung von Produkten dient. Anders als die PZN, die spezifisch für den deutschen Markt gilt, hat die GTIN globale Gültigkeit und kommt im internationalen Handel häufig zum Einsatz.

Ein weiteres relevantes Konzept ist das Pharmazentralregister, das alle relevanten Informationen zu Arzneimitteln, deren PZNs und deren Vertriebswegen enthält. Auch der Strichcode auf den Verpackungen von Arzneimitteln ist wichtig, denn er ist in Kombination mit der PZN für die Erfassung und Identifikation in der Logistik und im Handel notwendig.

Ein weiteres verwandtes System sind elektronische Rezept- und Abrechnungssysteme. Sie werden zunehmend eingeführt und nutzen die PZN als zentralen Bestandteil für die Dokumentation und Nachverfolgbarkeit der Arzneimittelabgabe.

Häufige Fragen (FAQ)

Was bedeutet die PZN einer Arzneimittelpackung? Die PZN ist der eindeutige Identifikationsschlüssel für ein Arzneimittel und ermöglicht die schnelle und fehlerfreie Identifikation, Bestellung und Abrechnung.

Wie erhält ein Hersteller eine PZN für sein Produkt? Ein Hersteller beantragt die PZN bei der Informationsstelle für Arzneispezialitäten GmbH (IFA GmbH), bevor er das Arzneimittel beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zulässt.

Wie unterscheidet sich die PZN von der GTIN? Die PZN ist spezifisch für den deutschen Markt, während die GTIN international verwendet wird und in vielen Ländern zur Identifikation von Produkten dient.

Auf welcher Grundlage wird die PZN im E-Rezept verwendet? Im E-Rezept dient die PZN zur Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen und zur Dokumentation der Arzneimittelabgabe.

Wie trägt die PZN zur Patientensicherheit bei? Die PZN gewährleistet durch eindeutige Identifikation, Rückverfolgbarkeit und Vermeidung von Verwechslungen eine hohe Patientensicherheit. Das ist besonders in kritischen Situationen wie Rückrufaktionen von Arzneimitteln wichtig.

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