Ottobock SE & Co. KGaA Adresse & Kontakt
Unternehmensprofil
1919
Gegründet
9.000+
Mitarbeiter
Ottobock SE & Co. KGaA im Überblick
Ottobock SE & Co. KGaA ist der weltweit führende Hersteller von Prothetik, Orthetik und Rollstuhl-Systemen und hat seinen Hauptsitz in Duderstadt (Niedersachsen). Das Unternehmen wurde 1919 von Otto Bock in Königsberg (heute Kaliningrad, Russland) gegründet – kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, als die Versorgung kriegsversehrter Soldaten mit Prothesen dringend geboten war. Ottobock beschäftigt heute rund 9.000 Mitarbeitende in mehr als 60 Ländern und erzielt einen Jahresumsatz von über 1,3 Milliarden Euro. Das Unternehmen befindet sich mehrheitlich im Besitz der Familie Näder und ist seit 2018 auch teilweise an Finanzinvestoren beteiligt. Im Jahr 2023 vollzog das Unternehmen den Wandel zur SE & Co. KGaA. Diese rechtliche Umstrukturierung erlaubt es Ottobock, weiterhin flexibel auf die Herausforderungen des Marktes zu reagieren und Innovationen in der Medizintechnik voranzutreiben.
Tätigkeitsfeld & Produkte
Ottobock ist in drei Geschäftsbereichen tätig: Prothetik (Arm- und Beinprothesen), Orthetik (Orthesen für Gelenke und Wirbelsäule) sowie Mobility Solutions (Rollstühle, Elektrorollstühle, Sitz- und Lagersysteme). Im Bereich Beinprothetik ist Ottobock mit Produkten wie dem C-Leg, einem mikroprozessorgesteuerten Kniegelenk mit intelligenter Steuerung, und dem Genium-Kniegelenk, das eine natürliche Gehbewegung ermöglicht, global führend. Im Bereich Armprothetik setzt das Unternehmen auf innovative bionische Technologien, die durch Sensoren gesteuert werden und ein natürlicheres Bewegungsverhalten erzeugen, zum Beispiel das Michelangelo-Handprothesensystem.
Ottobock versorgt zudem mit Exoskeletten wie Paexo neue Anwendungsfelder in der industriellen Ergonomie. Diese Exoskelette werden eingesetzt, um die körperliche Belastung von Mitarbeitenden in der Industrie zu reduzieren, insbesondere bei Tätigkeiten, die wiederholte Aufwärtsbewegungen oder langanhaltendes Stehen erfordern. Darüber hinaus entwickelt Ottobock auch Produkte zur Rehabilitation, wie z.B. innovative Mobilitätshilfen, die es Menschen mit eingeschränkter Mobilität ermöglichen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Die Produkte von Ottobock werden in Rehatechnik-Betrieben, Sanitätshäusern und Orthopädie-Techniker-Werkstätten weltweit angepasst.
Innovationsführerschaft & Regulierung
Ottobock ist seit Jahrzehnten ein Innovationsführer in der Rehabilitationstechnologie und war Pionier bei mikroprozessorgesteuerten Prothesen. Das Unternehmen hat zahlreiche Auszeichnungen für seine Technologien erhalten und ist kontinuierlich bestrebt, neue Maßstäbe in der Medizintechnik zu setzen. Offizielle Partnerschaften mit Sportorganisationen, darunter die Paralympischen Spiele, ermöglichen es Ottobock, sowohl Produkte weiterzuentwickeln als auch einen direkten Feedback-Rückfluss von den Nutzern zu erhalten. Dieses Engagement fördert die Akzeptanz neuer Technologien und trägt zur Schaffung eines Bewusstseins für die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen bei.
Alle Produkte unterliegen der EU-Medizinprodukteverordnung (EU-MDR) und den Anforderungen des deutschen Hilfsmittelverzeichnisses (GKV-Spitzenverband). Um den hohen Standards zu entsprechen, investiert Ottobock kontinuierlich in Forschung und Entwicklung, sowie in klinische Studien, um die Sicherheit und Effektivität ihrer Produkte zu gewährleisten. Des Weiteren engagiert sich das Unternehmen auch in der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften, um eine qualitativ hochwertige Versorgung sicherzustellen.
Regionale Bedeutung und Engagement
Mit ihrem Hauptsitz in Duderstadt spielt Ottobock eine zentrale Rolle für die regionale Wirtschaft in Niedersachsen. Das Unternehmen bietet nicht nur zahlreiche Arbeitsplätze, sondern ist auch ein wichtiger Kooperationspartner für lokale Bildungseinrichtungen und Forschungseinrichtungen. Durch enge Partnerschaften mit Hochschulen und Ausbildungsstätten fördert Ottobock die Ausbildung von Fachkräften und beteiligt sich aktiv an Forschungsprojekten, die die Medizintechnik voranbringen.
Darüber hinaus engagiert sich Ottobock in sozialen Projekten und trägt zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen in der Region bei. Das Unternehmen unterstützt Initiativen zur Förderung der Inklusion und arbeitet aktiv daran, Barrieren abzubauen, um eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen.
Weitere Informationen: Medizintechnik in Niedersachsen oder alle Medizintechnik-Unternehmen in Deutschland auf Sanoliste.
```Häufige Fragen zu Ottobock SE & Co. KGaA
Was macht Ottobock SE & Co. KGaA?
Weltmarktführer in der Prothetik und führender Anbieter von Orthesen, Rollstühlen und Exoskeletten. Das 1919 gegründete Familienunternehmen ist in über 45 Ländern vertreten.
Wo befindet sich Ottobock SE & Co. KGaA?
Ottobock SE & Co. KGaA hat seinen Sitz in Duderstadt. Detaillierte Kontaktdaten, Adresse und Telefonnummer finden Sie auf dieser Seite.
In welchem Bereich ist Ottobock SE & Co. KGaA tätig?
Ottobock SE & Co. KGaA ist in der Medizintechnik-Branche tätig und bietet spezialisierte Produkte und Dienstleistungen für das Gesundheitswesen an.
Medizintechnik in Deutschland
Verwandte Bereiche im Gesundheitswesen
Medizintechnik nach Standort
Über Medizintechnik
Medizintechnikunternehmen entwickeln, produzieren und vertreiben Medizinprodukte im Sinne der EU-Medizinprodukteverordnung MDR 2017/745 – von In-vitro-Diagnostika und bildgebenden Systemen über Implantate und chirurgische Instrumente bis zu medizinischer Software (SaMD). Deutschland ist mit einem Jahresumsatz von ca. 36 Milliarden Euro und über 1.400 Unternehmen der drittgrößte Medizintechnikmarkt weltweit (SPECTARIS 2023). Mehr als 150.000 Menschen sind in der deutschen Medizintechnikbranche beschäftigt; rund zwei Drittel aller Produkte gehen in den Export. Bedeutende Cluster befinden sich in Bayern (München, Erlangen), Baden-Württemberg (Stuttgart, Tuttlingen) und Nordrhein-Westfalen. Tuttlingen gilt weltweit als Zentrum für chirurgische Instrumente. Hersteller, Händler und Zulieferer aus der gesamten deutschen Medizintechnikbranche sind hier mit CE-Kennzeichen, Risikoklasse und vollständigen Kontaktdaten für Einkäufer, Krankenhäuser, Praxen und Pflegeeinrichtungen erfasst.
Deutschland als Medizintechnik-Leitmarkt
Die deutsche Medizintechnikbranche gehört zu den stärksten der Welt. Mit einem Jahresumsatz von rund 36 Milliarden Euro und über 1.400 Unternehmen ist Deutschland nach den USA und China der drittgrößte Medizintechnikmarkt weltweit (SPECTARIS 2023). Mehr als 150.000 Menschen sind in der Branche beschäftigt. Deutsche Unternehmen sind führend in Bereichen wie Bildgebung, Kardiologie, Orthopädie, In-vitro-Diagnostik, Dentalmedizin und medizinischer Software. Bedeutende Standorte sind Bayern (München, Erlangen), Baden-Württemberg (Stuttgart, Tuttlingen), Nordrhein-Westfalen sowie das Rhein-Main-Gebiet. Tuttlingen gilt als weltweites Zentrum für chirurgische Instrumente.
MDR-Zulassung und CE-Kennzeichen für Medizinprodukte
Medizinprodukte, die in Deutschland und der EU in Verkehr gebracht werden, müssen die Anforderungen der EU-Medizinprodukteverordnung MDR 2017/745 erfüllen und das CE-Kennzeichen tragen. Je nach Risikoklasse (I, IIa, IIb oder III) ist eine Konformitätsbewertung durch eine benannte Stelle (Notified Body) erforderlich. In-vitro-Diagnostika (IVD) unterliegen zusätzlich der IVDR 2017/746. Die Marktüberwachung in Deutschland obliegt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Hersteller müssen zudem ein Qualitätsmanagementsystem nach ISO 13485 vorhalten und in der EUDAMED-Datenbank registriert sein.
Medizintechnikunternehmen gezielt finden
Sanoliste erfasst Hersteller, Händler und Zulieferer aus der gesamten deutschen Medizintechnikbranche. Einkäufer, Krankenhäuser, Praxen und Pflegeeinrichtungen können gezielt suchen: Welche Unternehmen bieten CE-zertifizierte Produkte in einer bestimmten Kategorie an? Wo ist der nächste Medizintechnikpartner in meiner Region? Alle Einträge enthalten Adresse, Telefonnummer, Website und Ansprechpartner.
Innovationsfelder und Zukunftstechnologien
Die deutsche Medizintechnikbranche treibt zahlreiche Zukunftsfelder voran. KI-gestützte Diagnostik und Bildauswertung revolutionieren die Radiologie und Pathologie; Algorithmen zur Früherkennung von Krebs und Herzerkrankungen erhalten zunehmend CE-Zulassungen als Software as a Medical Device (SaMD). Robotergestützte Chirurgiesysteme – allen voran Systeme von Siemens Healthineers, Brainlab und Karl Storz – verbessern die Präzision bei komplexen Eingriffen. Minimalinvasive Technologien, implantierbare Herzschrittmacher und intelligente Prothesen mit sensorischer Rückkopplung zeigen die Bandbreite der Innovation. Point-of-Care-Diagnostik ermöglicht Schnelltests direkt in der Arztpraxis oder am Krankenbett. Telemedizin und digitale Patientenakte fördern die Vernetzung zwischen Medizinprodukt und klinischem Workflow. Das Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt gezielt die Entwicklung innovativer Medizintechnikprodukte durch Kooperationen zwischen Industrie und Hochschulen.
Was umfasst die Medizintechnik-Branche?
Die Medizintechnik umfasst die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von medizinischen Geräten, Instrumenten, Software und Zubehör, die zur Diagnose, Prävention, Überwachung oder Behandlung von Krankheiten eingesetzt werden. Deutschland ist einer der führenden Medizintechnik-Standorte weltweit.
Wie werden Medizintechnikprodukte in Deutschland zugelassen?
Medizinprodukte in Deutschland und der EU müssen die Anforderungen der EU-Medizinprodukteverordnung (MDR 2017/745) erfüllen und mit dem CE-Kennzeichen versehen sein. Je nach Risikoklasse sind Konformitätsbewertungen durch benannte Stellen erforderlich.
Wo finde ich Medizintechnikunternehmen in Deutschland?
Medizintechnikunternehmen sind über Branchenverbände wie SPECTARIS oder BVMed recherchierbar. Viele Unternehmen sind zudem in der EUDAMED-Datenbank der EU registriert. Auf Sanoliste finden Sie alle deutschen Medizintechnikunternehmen nach Bundesland und Stadt mit vollständigen Kontaktdaten.
Was ist der Unterschied zwischen Klasse I, IIa, IIb und III bei Medizinprodukten?
Die Risikoklasse eines Medizinprodukts bestimmt den Aufwand der Konformitätsbewertung. Klasse I (niedriges Risiko): z. B. Pflaster, Brillenrahmen – oft Selbsterklärung des Herstellers ausreichend. Klasse IIa: z. B. Hörgeräte, Ultraschallgeräte – Beteiligung einer benannten Stelle erforderlich. Klasse IIb: z. B. Defibrillatoren, Beatmungsgeräte – strengere Prüfung durch benannte Stelle. Klasse III (höchstes Risiko): z. B. Herzklappen, aktive Implantate – vollständige Prüfung der technischen und klinischen Dokumentation durch die benannte Stelle.
Was ist EUDAMED und warum ist die Datenbank wichtig?
EUDAMED (European Database on Medical Devices) ist die zentrale EU-Datenbank für Medizinprodukte. Sie enthält Informationen zu Herstellern, Produkten, Benannten Stellen, Konformitätsbescheinigungen und Vigilanzdaten. Die schrittweise Befüllung durch Hersteller ist seit Mai 2021 verpflichtend. EUDAMED verbessert die Transparenz für Behörden, Gesundheitsdienstleister und Patienten und erleichtert die Marktüberwachung. Hersteller, die ihre Produkte in der EU vermarkten, müssen als erstes Schritt einen eindeutigen Gerätekenncode (UDI – Unique Device Identifier) in der Datenbank registrieren.
Welche Zertifizierungen braucht ein Medizintechnikunternehmen in Deutschland?
Neben dem CE-Kennzeichen nach MDR 2017/745 sollten Medizintechnikunternehmen ein Qualitätsmanagementsystem nach ISO 13485 implementieren, das speziell für die Medizinproduktebranche entwickelt wurde. Für IVD-Produkte gilt zusätzlich die IVDR 2017/746. Softwareprodukte (SaMD) müssen nach IEC 62304 entwickelt sein. Cybersecurity-Anforderungen gemäß IEC 81001-5-1 gewinnen zunehmend an Bedeutung, da vernetzte Medizinprodukte Hackingrisiken ausgesetzt sind. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stellt Leitlinien für IT-Sicherheit in Medizinprodukten bereit.