Ottobock SE & Co. KGaA

Medizintechnik · Duderstadt

Weltmarktführer in der Prothetik und führender Anbieter von Orthesen, Rollstühlen und Exoskeletten. Das 1919 gegründete Familienunternehmen ist in über 45 Ländern vertreten.

Ottobock SE & Co. KGaA Adresse & Kontakt

Telefon

Website

Adresse

Max-Näder-Straße 15
37115 Duderstadt

Unternehmensprofil

1919

Gegründet

9.000+

Mitarbeiter

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Ottobock SE & Co. KGaA: Profil

Ottobock SE & Co. KGaA mit Hauptsitz in Duderstadt (Niedersachsen) stellt Prothesen, Orthesen und Rollstuhl-Systeme her und gehört in diesen Segmenten zu den größten Anbietern weltweit. Gegründet wurde das Unternehmen 1919 von Otto Bock in Königsberg (heute Kaliningrad, Russland), kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, als die Versorgung kriegsversehrter Soldaten mit Prothesen dringend geboten war. Ottobock beschäftigt heute rund 9.000 Mitarbeitende in mehr als 60 Ländern und erzielt einen Jahresumsatz von über 1,3 Milliarden Euro. Das Unternehmen befindet sich mehrheitlich im Besitz der Familie Näder und ist seit 2018 auch teilweise an Finanzinvestoren beteiligt. Im Jahr 2023 vollzog das Unternehmen den Wandel zur SE & Co. KGaA. Diese rechtliche Umstrukturierung erlaubt es Ottobock, weiterhin flexibel auf die Herausforderungen des Marktes zu reagieren und Entwicklungen in der Medizintechnik voranzutreiben.

Tätigkeitsfeld & Produkte

Ottobock ist in drei Geschäftsbereichen tätig: Prothetik (Arm- und Beinprothesen), Orthetik (Orthesen für Gelenke und Wirbelsäule) sowie Mobility Solutions (Rollstühle, Elektrorollstühle, Sitz- und Lagersysteme). Im Bereich Beinprothetik vertreibt Ottobock unter anderem das C-Leg, ein mikroprozessorgesteuertes Kniegelenk mit intelligenter Steuerung, sowie das Genium-Kniegelenk, das eine natürliche Gehbewegung ermöglicht. Im Bereich Armprothetik setzt das Unternehmen auf bionische Technologien, die durch Sensoren gesteuert werden und ein natürlicheres Bewegungsverhalten erzeugen, zum Beispiel das Michelangelo-Handprothesensystem.

Ottobock versorgt zudem mit Exoskeletten wie Paexo neue Anwendungsfelder in der industriellen Ergonomie. Diese Exoskelette werden eingesetzt, um die körperliche Belastung von Mitarbeitenden in der Industrie zu reduzieren, insbesondere bei Tätigkeiten, die wiederholte Aufwärtsbewegungen oder langanhaltendes Stehen erfordern. Darüber hinaus entwickelt Ottobock auch Produkte zur Rehabilitation, wie z.B. Mobilitätshilfen, die es Menschen mit eingeschränkter Mobilität ermöglichen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Die Produkte von Ottobock werden in Rehatechnik-Betrieben, Sanitätshäusern und Orthopädie-Techniker-Werkstätten weltweit angepasst.

Technologieentwicklung & Regulierung

Ottobock befasst sich seit Jahrzehnten mit mikroprozessorgesteuerten Prothesen und hat in diesem Bereich früh eigene Systeme auf den Markt gebracht. Das Unternehmen hat zahlreiche Auszeichnungen für seine Technologien erhalten. Offizielle Partnerschaften mit Sportorganisationen, darunter die Paralympischen Spiele, ermöglichen es Ottobock, Produkte weiterzuentwickeln und einen direkten Feedback-Rückfluss von den Nutzern zu erhalten. Diese Partnerschaften tragen zur Akzeptanz neuer Technologien bei und schärfen das Bewusstsein für die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen.

Alle Produkte unterliegen der EU-Medizinprodukteverordnung (EU-MDR) und den Anforderungen des deutschen Hilfsmittelverzeichnisses (GKV-Spitzenverband). Um diesen Standards zu entsprechen, investiert Ottobock in Forschung und Entwicklung sowie in klinische Studien, um Sicherheit und Wirksamkeit der Produkte zu belegen. Des Weiteren engagiert sich das Unternehmen in der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften, um eine fachgerechte Versorgung sicherzustellen.

Regionale Bedeutung und Engagement

Mit ihrem Hauptsitz in Duderstadt ist Ottobock ein bedeutender Arbeitgeber in der Region Niedersachsen. Das Unternehmen bietet nicht nur zahlreiche Arbeitsplätze, sondern ist auch ein Kooperationspartner für lokale Bildungseinrichtungen und Forschungseinrichtungen. Durch Partnerschaften mit Hochschulen und Ausbildungsstätten fördert Ottobock die Ausbildung von Fachkräften und beteiligt sich an Forschungsprojekten im Bereich Medizintechnik.

Darüber hinaus engagiert sich Ottobock in sozialen Projekten und trägt zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen in der Region bei. Das Unternehmen unterstützt Initiativen zur Förderung der Inklusion und arbeitet daran, Barrieren abzubauen, um gesellschaftliche Teilhabe zu fördern.

Weitere Informationen: Medizintechnik in Niedersachsen oder alle Medizintechnik-Unternehmen in Deutschland auf Sanoliste.

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Häufige Fragen zu Ottobock SE & Co. KGaA

Was macht Ottobock SE & Co. KGaA?

Weltmarktführer in der Prothetik und führender Anbieter von Orthesen, Rollstühlen und Exoskeletten. Das 1919 gegründete Familienunternehmen ist in über 45 Ländern vertreten.

Wo befindet sich Ottobock SE & Co. KGaA?

Ottobock SE & Co. KGaA hat seinen Sitz in Duderstadt. Detaillierte Kontaktdaten, Adresse und Telefonnummer finden Sie auf dieser Seite.

In welchem Bereich ist Ottobock SE & Co. KGaA tätig?

Ottobock SE & Co. KGaA ist in der Medizintechnik-Branche tätig und bietet spezialisierte Produkte und Dienstleistungen für das Gesundheitswesen an.

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Über Medizintechnik

Medizintechnik umfasst Geräte, Implantate, Instrumente, In-vitro-Diagnostika und medizinische Software zur Diagnose, Therapie und Pflege. Deutschland ist der größte Medizintechnikmarkt Europas: Über 1.500 Hersteller (ab 20 Beschäftigte) erwirtschafteten 2024 rund 41,4 Milliarden Euro, inklusive Kleinstunternehmen liegt die Branche bei etwa 55 Milliarden Euro und mehr als 210.000 Beschäftigten (SPECTARIS, BVMed 2024). Rund 68 Prozent des Umsatzes entfallen auf den Export, etwa 9 Prozent fließen in Forschung und Entwicklung, 93 Prozent der Unternehmen sind kleine und mittlere Betriebe. Geregelt wird der Markt durch die EU-Medizinprodukteverordnung MDR 2017/745. Im Verzeichnis finden Sie Hersteller, Händler und Zulieferer mit Standort, Produktbereich und Kontaktdaten für Kliniken, Praxen, Einkauf und Pflegeeinrichtungen.

Deutschland als Medizintechnik-Standort

Was zählt zur Medizintechnik? Die Produktbereiche

Regionale Cluster und Hochburgen

Führende Medizintechnikunternehmen in Deutschland

Zulassung: MDR, IVDR und CE-Kennzeichen

Aktuelle Übergangsfristen und EUDAMED

Innovationsfelder: KI, Robotik und DiGA

Herausforderungen der Branche

Medizintechnikunternehmen gezielt finden

Was umfasst die Medizintechnik-Branche?

Medizintechnik deckt Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Geräten, Implantaten, Instrumenten, In-vitro-Diagnostika, Software und Zubehör ab, die zur Diagnose, Prävention, Überwachung oder Behandlung von Krankheiten dienen. Eine einheitliche gesetzliche Definition gibt es nicht.

Wie groß ist die deutsche Medizintechnikbranche?

Hersteller ab 20 Beschäftigten erzielten 2024 rund 41,4 Milliarden Euro Umsatz; inklusive Kleinstunternehmen liegt die Branche bei etwa 55 Milliarden Euro mit mehr als 210.000 Beschäftigten. Die Exportquote beträgt rund 68 Prozent, etwa 9 Prozent des Umsatzes fließen in Forschung und Entwicklung (SPECTARIS, BVMed 2024).

Wie viele Medizintechnikunternehmen gibt es in Deutschland?

Es gibt über 1.500 Hersteller mit mindestens 20 Beschäftigten und insgesamt rund 11.000 Unternehmen einschließlich Kleinstbetrieben. Etwa 93 Prozent sind kleine und mittlere Unternehmen, darunter viele spezialisierte Weltmarktführer.

Wie werden Medizinprodukte in Deutschland zugelassen?

Medizinprodukte müssen die EU-Medizinprodukteverordnung MDR 2017/745 erfüllen und das CE-Kennzeichen tragen. Je nach Risikoklasse ist eine Konformitätsbewertung durch eine Benannte Stelle nötig. In Deutschland ergänzt das MPDG die EU-Vorgaben, das BfArM ist für Vigilanz zuständig.

Was unterscheidet die Risikoklassen I, IIa, IIb und III?

Die Risikoklasse bestimmt den Aufwand der Konformitätsbewertung. Klasse I (geringes Risiko, etwa Pflaster) genügt meist die Selbsterklärung. Klasse IIa (etwa Hörgeräte) und IIb (etwa Beatmungsgeräte) erfordern eine Benannte Stelle. Klasse III (höchstes Risiko, etwa Herzklappen und aktive Implantate) verlangt die vollständige Prüfung der klinischen und technischen Dokumentation.

Welche MDR-Übergangsfristen gelten aktuell?

Nach Verordnung (EU) 2023/607 dürfen Bestandsprodukte unter Bedingungen weiter vermarktet werden: Klasse III und implantierbare Klasse IIb bis 31. Dezember 2027, übrige Klasse IIb, Klasse IIa und sterile Klasse I bis 31. Dezember 2028. Voraussetzung sind ein MDR-Antrag bis 26. Mai 2024 und ein Vertrag mit einer Benannten Stelle bis 26. September 2024.

Was ist EUDAMED?

EUDAMED ist die zentrale europäische Datenbank für Medizinprodukte. Sie bündelt Angaben zu Herstellern, Produkten (mit Unique Device Identifier, UDI), Benannten Stellen, Bescheinigungen und Vigilanz. Vier Module sind ab dem 28. Mai 2026 verpflichtend zu nutzen.

Was ist eine DiGA (App auf Rezept)?

Eine digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) ist ein Medizinprodukt in Form einer App oder Software, das Ärzte verordnen und die Krankenkasse erstattet. Die Aufnahme erfolgt über das Fast-Track-Verfahren des BfArM; im BfArM-Verzeichnis sind rund 60 DiGA gelistet (Stand 2026).

Welche Zertifizierungen braucht ein Medizintechnikunternehmen?

Neben dem CE-Kennzeichen nach MDR 2017/745 ist ein Qualitätsmanagementsystem nach ISO 13485 Standard. Für In-vitro-Diagnostika gilt zusätzlich die IVDR 2017/746, Software als Medizinprodukt wird nach IEC 62304 entwickelt, vernetzte Geräte unterliegen Cybersecurity-Anforderungen nach IEC 81001-5-1.

Wo sitzen die wichtigsten Medizintechnik-Cluster in Deutschland?

Tuttlingen in Baden-Württemberg gilt als Weltzentrum für chirurgische Instrumente, das Medical Valley um Erlangen und Nürnberg führt in Bildgebung und Digital Health. Weitere Zentren sind Jena (Optik), Berlin-Brandenburg (kardiovaskuläre Technik) sowie Nordrhein-Westfalen mit der Leitmesse MEDICA in Düsseldorf.

Wo finde ich Medizintechnikunternehmen in Deutschland?

Branchenverbände wie SPECTARIS und BVMed führen Mitgliederlisten, EU-weit registrierte Hersteller stehen in der Datenbank EUDAMED. Auf Sanoliste sind deutsche Medizintechnikunternehmen nach Bundesland und Stadt verzeichnet, inklusive Kontaktdaten.

Relevante Fachbegriffe & Vorschriften

Begriffe und Regelwerke aus dem Umfeld von Medizintechnik – verständlich erklärt im Sanoliste-Glossar.

Zuletzt aktualisiert: 23.06.2026 · Kategorie: Medizintechnik