Lasea: Wirkstoff, Zusammensetzung und Anwendung

Lasea ist ein rezeptfreies pflanzliches Arzneimittel und wird von Dr. Willmar Schwabe vertrieben. Angeboten wird es bei innerer Unruhe mit ängstlicher Verstimmung.

Unter den pflanzlichen Präparaten nimmt es eine Sonderstellung ein, weil für den enthaltenen Extrakt kontrollierte klinische Studien vorliegen.

Lasea enthält den Wirkstoff Lavendelöl. Ausführliche Informationen zu Wirkweise, Dosierung und Nebenwirkungen finden Sie auf der Seite Lavendelöl.

Welcher Wirkstoff ist enthalten?

Lasea enthält Silexan. Eine Weichkapsel enthält 80 Milligramm des Wirkstoffs.

Silexan ist ein durch Wasserdampfdestillation gewonnenes Öl aus den Blütenrispen des Echten Lavendels. Die beiden mengenmäßig bedeutendsten Bestandteile sind Linalool und Linalylacetat, deren Anteile durch das Herstellungsverfahren in einem festgelegten Bereich gehalten werden.

Nach derzeitigem Kenntnisstand hemmt der Wirkstoff spannungsabhängige Calciumkanäle an den Nervenzellen und dämpft dadurch die Freisetzung erregender Botenstoffe.

Praktisch entscheidend ist, was die Substanz nicht tut. Sie greift nicht am GABA-A-Rezeptor an, an dem Benzodiazepine wirken. Daraus folgen drei Eigenschaften: kein Abhängigkeitspotenzial, keine Toleranzentwicklung und keine Beeinträchtigung der Reaktionsfähigkeit.

Ausführliche Angaben zu Wirkweise, Dosierung und Nebenwirkungen finden Sie auf der Seite Lavendelöl.

Darreichungsformen und Stärken

Im Handel ist:

  • Lasea Weichkapseln mit 80 mg Silexan

Die Kapsel wird einmal täglich unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit geschluckt. Ein Öffnen oder Zerbeißen ist zu vermeiden, weil das Öl dann im Mund freigesetzt wird.

Zu unterscheiden ist das Präparat von Lavendelöl als Duftöl oder Kosmetikprodukt. Nur die arzneiliche Zubereitung ist in Zusammensetzung und Gehalt standardisiert.

Anwendungsgebiete laut Fachinformation

Anwendungsgebiet laut Fachinformation:

  • Unruhezustände bei ängstlicher Verstimmung bei Erwachsenen

Gemeint ist eine anhaltende innere Anspannung mit Nervosität, Grübeln und dadurch bedingten Einschlafstörungen, die noch nicht das Ausmaß einer behandlungsbedürftigen Angsterkrankung erreicht.

Die Wirkung baut sich langsam auf. Eine Besserung tritt in der Regel nach etwa zwei Wochen ein, die volle Wirkung nach sechs Wochen. Für einen akuten Angst- oder Unruhezustand ist die Substanz nicht geeignet.

Bei einer diagnostizierten Angsterkrankung wie der generalisierten Angststörung oder der Panikstörung ist das Präparat kein Ersatz für die leitliniengerechte Behandlung. Diese stützt sich auf Psychotherapie und, wo erforderlich, auf Antidepressiva.

Zeigt sich nach sechs Wochen regelmäßiger Einnahme keine Besserung, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

Wichtige Hinweise

Zum Präparat:

  • apothekenpflichtig, aber nicht verschreibungspflichtig
  • Hersteller: Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG
  • eine Kapsel täglich
  • nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Die häufigste Nebenwirkung ist ein Aufstoßen mit Lavendelgeschmack. Es ist unbedenklich, wird von manchen Anwendern jedoch als störend empfunden und ist der häufigste Grund für einen Abbruch. Die Einnahme zu einer Mahlzeit kann es abmildern.

Ein Ausschleichen ist nicht erforderlich. Die Substanz kann jederzeit abgesetzt werden, ohne dass Entzugserscheinungen zu erwarten sind.

Klinisch bedeutsame Wechselwirkungen sind bislang nicht bekannt. Anders als bei Johanniskraut, das ebenfalls pflanzlich ist und zahlreiche schwerwiegende Wechselwirkungen aufweist, ist keine Enzyminduktion zu erwarten.

Pflanzlich bedeutet nicht wirkungslos und nicht risikofrei. Bei bestehender Dauermedikation sollte die Einnahme mit der Apotheke oder dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.

Häufig gestellte Fragen

Welcher Wirkstoff ist in Lasea?

Lasea enthält Silexan, ein durch Wasserdampfdestillation gewonnenes Öl aus den Blüten des Echten Lavendels. Eine Weichkapsel enthält 80 Milligramm. Die bedeutendsten Bestandteile sind Linalool und Linalylacetat.

Macht Lasea abhängig?

Nein. Silexan greift nicht am GABA-A-Rezeptor an, an dem Benzodiazepine wirken. Es gibt kein Abhängigkeitspotenzial, keine Toleranzentwicklung und keine Entzugserscheinungen. Ein Ausschleichen ist nicht erforderlich.

Wie lange dauert es, bis Lasea wirkt?

Eine Besserung tritt in der Regel nach etwa zwei Wochen ein, die volle Wirkung nach sechs Wochen. Für einen akuten Angst- oder Unruhezustand ist die Substanz nicht geeignet.

Warum stößt man nach der Einnahme auf?

Das Aufstoßen mit Lavendelgeschmack ist die häufigste Nebenwirkung und wird durch das ätherische Öl selbst verursacht. Es ist unbedenklich. Die Einnahme zu einer Mahlzeit kann es abmildern. Die Kapsel sollte unzerkaut geschluckt werden.

Beeinträchtigt Lasea die Fahrtüchtigkeit?

Nein. Silexan wirkt nicht dämpfend und beeinträchtigt die Reaktionsfähigkeit nicht. Darin unterscheidet es sich von Benzodiazepinen und von sedierenden Antihistaminika.

Quellen

Rechtliche Hinweise und Haftungsausschluss

Diese Seite dient ausschließlich der sachlichen Information über die Zusammensetzung eines Arzneimittels und stellt keine medizinische Beratung, keine Empfehlung und keine Aufforderung zur Anwendung dar. Sie ersetzt nicht den Rat eines approbierten Arztes oder Apothekers. Verschreibungspflichtige Arzneimittel dürfen nur nach ärztlicher Verordnung angewendet werden. Maßgeblich ist stets die aktuelle Fachinformation und Gebrauchsinformation des Herstellers. Angaben zu Zusammensetzung, Stärken und Anwendungsgebieten können sich ändern und unterscheiden sich zwischen einzelnen Präparaten desselben Handelsnamens.