Nepresol: Wirkstoff, Zusammensetzung und Anwendung

Nepresol ist ein verschreibungspflichtiger Blutdrucksenker zur Injektion und wird von Amdipharm vertrieben. Es wird vor allem bei schweren Blutdruckentgleisungen eingesetzt.

In der alltäglichen Bluthochdruckbehandlung spielt der Wirkstoff keine Rolle mehr. Eine Anwendung hat sich jedoch gehalten, und zwar in der Geburtshilfe.

Nepresol enthält den Wirkstoff Dihydralazin. Ausführliche Informationen zu Wirkweise, Dosierung und Nebenwirkungen finden Sie auf der Seite Dihydralazin.

Welcher Wirkstoff ist enthalten?

Nepresol enthält Dihydralazinsulfat. Es handelt sich um einen direkten Gefäßerweiterer.

Der Wirkstoff entspannt die glatte Muskulatur der kleinen Arterien unmittelbar, ohne dafür einen Rezeptor zu nutzen. Er greift stattdessen in die Calciumregulation der Muskelzelle ein. Der periphere Gefäßwiderstand sinkt, und mit ihm der Blutdruck.

Die Wirkung betrifft überwiegend die arterielle Seite des Kreislaufs. Daraus ergeben sich zwei Gegenregulationen des Körpers: Die Herzfrequenz steigt, und es werden Natrium und Wasser zurückgehalten.

Für die Dauerbehandlung folgt daraus eine feste Regel. Dihydralazin wird stets in Dreifachkombination gegeben, zusammen mit einem Betablocker gegen die Reflextachykardie und einem Diuretikum gegen die Wasserretention.

Ausführliche Angaben zu Wirkweise, Dosierung und dem Risiko eines arzneimittelbedingten Lupus finden Sie auf der Seite Dihydralazin.

Darreichungsformen und Stärken

Im Handel ist:

  • Nepresol Inject 25 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Das Pulver wird unmittelbar vor der Anwendung aufgelöst. Die Gabe erfolgt langsam in die Vene oder als Dauerinfusion, jeweils unter kontinuierlicher Überwachung von Blutdruck und Herzfrequenz.

Eine Zubereitung zum Einnehmen ist unter diesem Handelsnamen in Deutschland nicht mehr gebräuchlich. Dihydralazin ist teilweise noch als Bestandteil fester Kombinationen mit anderen Blutdrucksenkern erhältlich.

Anwendungsgebiete laut Fachinformation

Anwendungsgebiete laut Fachinformation:

  • hypertensive Krise und schwerer Bluthochdruck
  • schwere Blutdruckentgleisung in der Schwangerschaft
  • Bluthochdruck bei Präeklampsie
  • schwere Formen des Bluthochdrucks in Kombination mit weiteren Blutdrucksenkern

Die Anwendung bei schwerer Blutdruckentgleisung in der Schwangerschaft ist der wichtigste verbliebene Einsatzbereich. Neben Urapidil und Nifedipin gehört Dihydralazin hier zu den etablierten Optionen.

Der Grund liegt in der Datenlage. Viele moderne Blutdrucksenker sind in der Schwangerschaft ausgeschlossen, insbesondere ACE-Hemmer und Sartane, weil sie die Nierenentwicklung des Kindes schädigen. Diese Lücke erklärt, warum ältere Substanzen in der Geburtshilfe weiterhin gebraucht werden.

Der Blutdruck darf nicht zu rasch gesenkt werden, weil sonst die Versorgung des Kindes über den Mutterkuchen leidet. Eine engmaschige Überwachung von Mutter und Kind ist erforderlich.

Wichtige Hinweise

Zum Präparat:

  • verschreibungspflichtig
  • Zulassungsinhaber: Amdipharm
  • ausschließlich zur Anwendung durch medizinisches Fachpersonal
  • kontinuierliche Überwachung von Blutdruck und Herzfrequenz erforderlich

Kopfschmerz, Herzrasen und Gesichtsrötung sind unmittelbare Folgen der Gefäßerweiterung und treten regelmäßig auf.

Bei längerer Anwendung in höherer Dosis kann ein arzneimittelbedingter Lupus mit Gelenkschmerzen, Fieber und Hautausschlag entstehen. Das Risiko hängt von Dosis, Dauer und der genetisch bestimmten Abbaugeschwindigkeit ab.

Bei koronarer Herzkrankheit ist Vorsicht geboten, weil die Reflextachykardie den Sauerstoffbedarf des Herzens erhöht und einen Angina-pectoris-Anfall auslösen kann.

Häufig gestellte Fragen

Welcher Wirkstoff ist in Nepresol?

Nepresol enthält Dihydralazinsulfat, einen direkten Gefäßerweiterer. Der Wirkstoff entspannt die glatte Muskulatur der kleinen Arterien unmittelbar, ohne dafür ein Rezeptorsystem zu nutzen.

Warum wird Nepresol in der Schwangerschaft eingesetzt?

Viele moderne Blutdrucksenker sind in der Schwangerschaft ausgeschlossen, insbesondere ACE-Hemmer und Sartane, weil sie die Nierenentwicklung des Kindes schädigen. Für Dihydralazin liegt dagegen umfangreiche Erfahrung vor. Es gehört neben Urapidil und Nifedipin zu den etablierten Optionen bei schwerer Blutdruckentgleisung.

Gibt es Nepresol als Tablette?

Unter diesem Handelsnamen ist in Deutschland die Zubereitung zur Injektion gebräuchlich. Dihydralazin ist teilweise noch als Bestandteil fester Kombinationen mit anderen Blutdrucksenkern erhältlich.

Warum muss Dihydralazin mit anderen Mitteln kombiniert werden?

Der Körper beantwortet den Blutdruckabfall mit einem Anstieg der Herzfrequenz und mit dem Zurückhalten von Natrium und Wasser. In der Dauerbehandlung sind deshalb ein Betablocker und ein Diuretikum erforderlich, sonst entstehen Herzrasen und Ödeme und die Wirkung lässt nach.

Was ist ein arzneimittelbedingter Lupus?

Ein Krankheitsbild mit Gelenk- und Muskelschmerzen, Fieber, Abgeschlagenheit und Hautausschlag, das unter längerer Behandlung mit höherer Dosis auftreten kann. Die Beschwerden bilden sich nach dem Absetzen in der Regel zurück.

Quellen

Rechtliche Hinweise und Haftungsausschluss

Diese Seite dient ausschließlich der sachlichen Information über die Zusammensetzung eines Arzneimittels und stellt keine medizinische Beratung, keine Empfehlung und keine Aufforderung zur Anwendung dar. Sie ersetzt nicht den Rat eines approbierten Arztes oder Apothekers. Verschreibungspflichtige Arzneimittel dürfen nur nach ärztlicher Verordnung angewendet werden. Maßgeblich ist stets die aktuelle Fachinformation und Gebrauchsinformation des Herstellers. Angaben zu Zusammensetzung, Stärken und Anwendungsgebieten können sich ändern und unterscheiden sich zwischen einzelnen Präparaten desselben Handelsnamens.