Dipidolor: Wirkstoff, Zusammensetzung und Anwendung
Dipidolor ist ein stark wirksames Schmerzmittel zur Injektion und wird von Piramal Critical Care vertrieben. Es unterliegt den betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften und wird ausschließlich durch medizinisches Fachpersonal angewendet.
Der Handelsname ist im deutschsprachigen Raum in Aufwachräumen und auf Stationen fest etabliert, international dagegen kaum bekannt.
Dipidolor enthält den Wirkstoff Piritramid. Ausführliche Informationen zu Wirkweise, Dosierung und Nebenwirkungen finden Sie auf der Seite Piritramid.
Welcher Wirkstoff ist enthalten?
Dipidolor enthält Piritramid. Eine Ampulle mit 2 Millilitern enthält 15 Milligramm des Wirkstoffs, die Konzentration beträgt 7,5 Milligramm pro Milliliter.
Piritramid ist ein stark wirksames Opioid und bindet als Agonist an den My-Opioidrezeptor. Die Wirkstärke liegt bei etwa 70 Prozent der von Morphin, die Wirkdauer beträgt vier bis sechs Stunden.
Die Substanz ist eine Besonderheit des deutschsprachigen Raums. In Deutschland, Österreich, Belgien und den Niederlanden gehört sie zum Alltag der Schmerzbehandlung nach Operationen, international dominiert Morphin.
Der Grund für diese Stellung liegt in der Verträglichkeit. Piritramid setzt weniger Histamin frei als Morphin, sodass Blutdruckabfall, Hautrötung und Juckreiz seltener auftreten und der Kreislauf stabiler bleibt.
Ausführliche Angaben zu Wirkweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Überwachung finden Sie auf der Seite Piritramid.
Darreichungsformen und Stärken
Im Handel ist:
- Dipidolor 7,5 mg/ml Injektionslösung in Ampullen zu 2 ml, entsprechend 15 mg je Ampulle
Eine Zubereitung zum Einnehmen steht nicht zur Verfügung. Die Gabe erfolgt in die Vene, in den Muskel oder unter die Haut.
Häufig wird der Wirkstoff über eine patientengesteuerte Schmerzpumpe verabreicht. Die Patienten lösen dabei selbst kleine Einzeldosen aus, während eine Sperrzeit zwischen den Gaben eine Überdosierung verhindert.
Anwendungsgebiete laut Fachinformation
Anwendungsgebiete laut Fachinformation:
- starke und sehr starke akute Schmerzen
- Schmerzbehandlung unmittelbar nach Operationen
- Schmerzbehandlung im Rahmen der Notfallversorgung
- Ergänzung der Schmerzbehandlung bei diagnostischen und therapeutischen Eingriffen
Der Hauptanwendungsbereich ist der Aufwachraum nach einer Operation. Dort wird in kleinen Schritten intravenös gegeben, bis eine ausreichende Schmerzlinderung erreicht ist.
Für die Behandlung chronischer Schmerzen ist die Substanz nicht geeignet. Dort werden Opioide zum Einnehmen oder als Pflaster verwendet, die gleichmäßige Spiegel erzeugen.
Über Indikation, Dosierung und Überwachung entscheidet ausschließlich medizinisches Fachpersonal.
Wichtige Hinweise
Zum Präparat:
- verschreibungspflichtig und betäubungsmittelrechtlich erfasst
- Hersteller: Piramal Critical Care
- ausschließlich zur Anwendung durch medizinisches Fachpersonal
- Überwachung von Atmung, Bewusstseinslage und Kreislauf erforderlich
Nach intravenöser Gabe setzt die Wirkung innerhalb von ein bis zwei Minuten ein, das Maximum wird jedoch erst nach etwa zehn Minuten erreicht. Zwischen den Einzelgaben ist die volle Wirkung abzuwarten, weil rasches Nachlegen eine verzögert eintretende Überdosierung erzeugt.
Eine Schmerzpumpe darf ausschließlich vom Patienten selbst bedient werden. Darin liegt der eingebaute Schutz: Wer zu müde zum Drücken ist, hat genug erhalten.
Mit Naloxon steht ein Gegenmittel zur Verfügung, das die Wirkung binnen Minuten aufhebt. Seine Wirkdauer ist kürzer als die von Piritramid, weshalb die Überwachung danach fortgesetzt wird.
Häufig gestellte Fragen
Welcher Wirkstoff ist in Dipidolor?
Dipidolor enthält Piritramid, ein stark wirksames Opioid. Eine Ampulle zu 2 Millilitern enthält 15 Milligramm, die Konzentration beträgt 7,5 Milligramm pro Milliliter.
Wie stark wirkt Dipidolor im Vergleich zu Morphin?
Die Wirkstärke von Piritramid liegt bei etwa 70 Prozent der von Morphin. Für die gleiche Schmerzlinderung wird also eine etwas höhere Menge benötigt. Die Wirkdauer ist mit vier bis sechs Stunden dafür länger.
Gibt es Dipidolor als Tablette?
Nein. Der Wirkstoff steht ausschließlich als Injektionslösung zur Verfügung und wird in die Vene, in den Muskel oder unter die Haut gegeben. Für die Behandlung chronischer Schmerzen ist er nicht geeignet.
Warum wird Dipidolor in Deutschland so häufig verwendet?
Es setzt weniger Histamin frei als Morphin, sodass Blutdruckabfall, Hautrötung und Juckreiz seltener auftreten und der Kreislauf stabiler bleibt. Das macht es für die Phase unmittelbar nach einer Operation gut geeignet. International ist es kaum verbreitet.
Ist Dipidolor ein Betäubungsmittel?
Ja. Das Präparat unterliegt den betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften mit entsprechenden Anforderungen an Verschreibung, Lagerung und Dokumentation und wird ausschließlich durch medizinisches Fachpersonal angewendet.
Quellen
- Fachinformation Dipidolor 7,5 mg/ml Injektionslösung, Piramal Critical Care Deutschland GmbH.
- AWMF S3-Leitlinie Behandlung akuter perioperativer und posttraumatischer Schmerzen
- BfArM: Bundesopiumstelle, Betäubungsmittelrecht
Rechtliche Hinweise und Haftungsausschluss
Diese Seite dient ausschließlich der sachlichen Information über die Zusammensetzung eines Arzneimittels und stellt keine medizinische Beratung, keine Empfehlung und keine Aufforderung zur Anwendung dar. Sie ersetzt nicht den Rat eines approbierten Arztes oder Apothekers. Verschreibungspflichtige Arzneimittel dürfen nur nach ärztlicher Verordnung angewendet werden. Maßgeblich ist stets die aktuelle Fachinformation und Gebrauchsinformation des Herstellers. Angaben zu Zusammensetzung, Stärken und Anwendungsgebieten können sich ändern und unterscheiden sich zwischen einzelnen Präparaten desselben Handelsnamens.