Bricanyl: Wirkstoff, Zusammensetzung und Anwendung

Bricanyl ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel bei verengten Atemwegen und wird von AstraZeneca vertrieben. Es dient der raschen Erweiterung der Bronchien bei akuter Atemnot.

Der enthaltene Wirkstoff hat neben der Anwendung an der Lunge eine zweite Geschichte in der Geburtshilfe, die inzwischen stark eingeschränkt wurde.

Bricanyl enthält den Wirkstoff Terbutalin. Ausführliche Informationen zu Wirkweise, Dosierung und Nebenwirkungen finden Sie auf der Seite Terbutalin.

Welcher Wirkstoff ist enthalten?

Bricanyl enthält Terbutalinsulfat. Es handelt sich um ein kurzwirksames Beta-2-Sympathomimetikum.

Der Wirkstoff regt Beta-2-Adrenozeptoren an der glatten Muskulatur der Bronchien an. Über einen Botenstoff in der Zelle sinkt die Calciumkonzentration, die Muskulatur erschlafft, und die Atemwege erweitern sich.

Der Wirkeintritt erfolgt nach Inhalation innerhalb von etwa fünf Minuten, die Wirkdauer beträgt vier bis sechs Stunden. Damit eignet sich die Substanz für die Behandlung akuter Atemnot.

Die Selektivität für den Beta-2-Rezeptor ist ausgeprägt, aber nicht vollständig. Bei höherer Dosis werden auch Rezeptoren am Herzen und an der Skelettmuskulatur angesprochen, woraus Herzklopfen und der charakteristische Tremor entstehen.

Ausführliche Angaben zu Wirkweise, Dosierung, Kaliumhaushalt und Nebenwirkungen finden Sie auf der Seite Terbutalin.

Darreichungsformen und Stärken

Im Handel sind unter anderem:

  • Bricanyl Turbohaler mit 0,5 mg Terbutalinsulfat je Einzeldosis, ein Pulverinhalator
  • Bricanyl Injektionslösung mit 0,5 mg je Milliliter zur Anwendung durch medizinisches Fachpersonal

Der Turbohaler setzt einen zügigen und kräftigen Einatemzug voraus. Bei schwerer Atemnot oder bei Kindern kann diese Einatemkraft fehlen; in solchen Fällen sind ein Dosieraerosol mit Inhalierhilfe oder eine Verneblung besser geeignet.

Die inhalative Anwendung ist der Injektion vorzuziehen, wo immer sie möglich ist. Sie erreicht das Zielorgan unmittelbar, benötigt eine erheblich geringere Dosis und verursacht deutlich weniger Nebenwirkungen an Herz und Muskulatur.

Anwendungsgebiete laut Fachinformation

Anwendungsgebiete laut Fachinformation:

  • Behandlung akuter Atemnot bei Asthma bronchiale
  • Behandlung akuter Atemnot bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung und chronischer Bronchitis
  • Vorbeugung von Atemnot vor körperlicher Belastung
  • kurzzeitige Hemmung vorzeitiger Wehen unter engen Voraussetzungen und ausschließlich parenteral

Beim Asthma bronchiale ist die Substanz eine reine Bedarfsmedikation. Sie lindert die Beschwerden, beeinflusst die zugrunde liegende Entzündung jedoch nicht. Die Basis der Behandlung bilden inhalative Kortikosteroide.

Ein steigender Verbrauch ist ein Warnzeichen für eine unzureichend kontrollierte Erkrankung. Wer das Bedarfsmedikament regelmäßig häufiger als an zwei Tagen pro Woche benötigt, sollte die Dauertherapie ärztlich überprüfen lassen.

Die Anwendung zur Wehenhemmung wurde 2013 durch die europäischen Arzneimittelbehörden erheblich eingeschränkt. Zulässig ist heute nur noch eine kurzzeitige parenterale Gabe von höchstens 48 Stunden unter stationärer Überwachung. Orale und rektale Zubereitungen dürfen für diesen Zweck nicht mehr verwendet werden.

Wichtige Hinweise

Zum Präparat:

  • verschreibungspflichtig
  • Hersteller und Zulassungsinhaber: AstraZeneca
  • Turbohaler zur Selbstanwendung, Injektionslösung nur durch Fachpersonal
  • kein Ersatz für die entzündungshemmende Basisbehandlung

Tremor und Herzklopfen sind die typischen Beschwerden, meist harmlos und im Verlauf nachlassend. Bedeutsamer ist der Kaliumabfall bei hoher Dosierung, besonders in Kombination mit Theophyllin, Kortikosteroiden oder entwässernden Mitteln.

Nicht selektive Betablocker heben die Wirkung auf und können bei Asthma eine schwere Atemwegsverengung auslösen. Diese Kombination ist zu vermeiden.

Eine eigenmächtige Steigerung über die Höchstdosis hinaus ist gefährlich, weil sie Herzrhythmusstörungen und einen bedrohlichen Kaliumabfall begünstigt und zugleich die notwendige Behandlung verzögert.

Häufig gestellte Fragen

Welcher Wirkstoff ist in Bricanyl?

Bricanyl enthält Terbutalinsulfat, ein kurzwirksames Beta-2-Sympathomimetikum. Es regt Beta-2-Rezeptoren der Bronchialmuskulatur an, wodurch diese erschlafft und sich die Atemwege erweitern.

Wie schnell wirkt Bricanyl?

Nach Inhalation setzt die Wirkung innerhalb von etwa fünf Minuten ein und hält vier bis sechs Stunden an. Damit eignet sich das Präparat für die Behandlung akuter Atemnot.

Warum verursacht Bricanyl Zittern?

Die Selektivität für den Beta-2-Rezeptor ist ausgeprägt, aber nicht vollständig. Beta-2-Rezeptoren an der Skelettmuskulatur verursachen den Tremor, bei höherer Dosis werden zusätzlich Rezeptoren am Herzen angesprochen. Beide Beschwerden lassen bei fortgesetzter Anwendung meist nach.

Wird Bricanyl noch zur Wehenhemmung eingesetzt?

Nur noch stark eingeschränkt. Die europäischen Arzneimittelbehörden haben die Anwendung 2013 nach der Bewertung schwerer Herz-Kreislauf-Nebenwirkungen begrenzt. Zulässig ist eine kurzzeitige parenterale Gabe von höchstens 48 Stunden unter stationärer Überwachung.

Ersetzt Bricanyl das Kortisonspray?

Nein. Bricanyl lindert die Beschwerden, beeinflusst die zugrunde liegende Entzündung aber nicht. Beim Asthma bronchiale bleiben inhalative Kortikosteroide die tragende Säule der Behandlung.

Quellen

Rechtliche Hinweise und Haftungsausschluss

Diese Seite dient ausschließlich der sachlichen Information über die Zusammensetzung eines Arzneimittels und stellt keine medizinische Beratung, keine Empfehlung und keine Aufforderung zur Anwendung dar. Sie ersetzt nicht den Rat eines approbierten Arztes oder Apothekers. Verschreibungspflichtige Arzneimittel dürfen nur nach ärztlicher Verordnung angewendet werden. Maßgeblich ist stets die aktuelle Fachinformation und Gebrauchsinformation des Herstellers. Angaben zu Zusammensetzung, Stärken und Anwendungsgebieten können sich ändern und unterscheiden sich zwischen einzelnen Präparaten desselben Handelsnamens.