Palexia: Wirkstoff, Zusammensetzung und Anwendung

Palexia ist ein stark wirksames Schmerzmittel und wird von Grünenthal vertrieben. Es ist verschreibungspflichtig und unterliegt den betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften.

Der enthaltene Wirkstoff unterscheidet sich von klassischen Opioiden durch einen zweiten Angriffspunkt, der bei bestimmten Schmerzformen von Bedeutung ist.

Palexia enthält den Wirkstoff Tapentadol. Ausführliche Informationen zu Wirkweise, Dosierung und Nebenwirkungen finden Sie auf der Seite Tapentadol.

Welcher Wirkstoff ist enthalten?

Palexia enthält Tapentadol. Es handelt sich um ein stark wirksames Opioid mit zwei Wirkkomponenten.

Zum einen aktiviert der Wirkstoff den My-Opioidrezeptor und wirkt darüber wie ein klassisches Opioid schmerzlindernd. Zum anderen hemmt er die Wiederaufnahme von Noradrenalin und verstärkt damit die körpereigenen schmerzhemmenden Bahnen im Rückenmark.

Diese zweite Komponente ist der Grund für den besonderen Stellenwert bei Nervenschmerzen. Rein opioidvermittelte Schmerzmittel wirken bei dieser Schmerzform oft unzureichend.

Aus dem doppelten Wirkprinzip folgt zudem, dass für eine gegebene Schmerzlinderung ein geringerer Anteil rein opioidvermittelter Wirkung benötigt wird. Nebenwirkungen wie Übelkeit und Verstopfung fallen dadurch nach klinischer Erfahrung geringer aus.

Ausführliche Angaben zu Wirkweise, Dosierung und Nebenwirkungen finden Sie auf der Seite Tapentadol.

Darreichungsformen und Stärken

Im Handel sind unter anderem:

  • Palexia retard Retardtabletten in mehreren Stärken von 25 mg bis 250 mg
  • Palexia Filmtabletten zur raschen Freisetzung
  • Palexia Lösung zum Einnehmen

Die Retardform gibt den Wirkstoff über zwölf Stunden ab und wird zweimal täglich eingenommen. Sie dient der Dauerbehandlung.

Die schnell freisetzenden Zubereitungen wirken rascher und kürzer und werden bei akuten Schmerzen eingesetzt.

Retardtabletten dürfen nicht geteilt, zerkleinert oder zerkaut werden. Dadurch würde die verzögerte Freisetzung aufgehoben und die gesamte Menge auf einmal frei, was zu einer gefährlichen Überdosierung führen kann.

Anwendungsgebiete laut Fachinformation

Anwendungsgebiete laut Fachinformation:

  • starke chronische Schmerzen bei Erwachsenen, die nur mit Opioidanalgetika ausreichend behandelt werden können, in der Retardform
  • mäßig starke bis starke akute Schmerzen bei Erwachsenen, in den schnell freisetzenden Zubereitungen

Die Anwendung folgt dem Stufenschema der Schmerzbehandlung und setzt voraus, dass schwächere Mittel nicht ausreichen.

Bei Nervenschmerzen wird die Substanz wegen der zusätzlichen Wirkkomponente häufig bevorzugt, etwa bei schmerzhafter diabetischer Neuropathie.

Über Indikation, Dosierung und Behandlungsdauer entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.

Wichtige Hinweise

Zum Präparat:

  • verschreibungspflichtig und betäubungsmittelrechtlich erfasst
  • Hersteller und Zulassungsinhaber: Grünenthal
  • Retardform zweimal täglich, schnell freisetzende Form nach Bedarf
  • Retardtabletten dürfen nicht geteilt werden

Wegen der Wirkung auf den Noradrenalinhaushalt ist die Kombination mit Monoaminoxidase-Hemmern ausgeschlossen. Bei gleichzeitiger Behandlung mit Antidepressiva ist auf Zeichen eines Serotoninsyndroms zu achten.

Wie bei allen Opioiden bestehen Risiken für Atemdepression, Sedierung, Abhängigkeit und Entzugserscheinungen beim abrupten Absetzen. Die Kombination mit Benzodiazepinen und anderen dämpfenden Substanzen erhöht das Risiko einer Atemdepression erheblich.

Die Fahrtüchtigkeit ist zu Behandlungsbeginn und nach Dosisänderungen eingeschränkt.

Häufig gestellte Fragen

Welcher Wirkstoff ist in Palexia?

Palexia enthält Tapentadol, ein stark wirksames Opioid mit zwei Angriffspunkten. Es aktiviert den My-Opioidrezeptor und hemmt zugleich die Wiederaufnahme von Noradrenalin.

Was ist der Unterschied zwischen Palexia und Palexia retard?

Palexia retard gibt den Wirkstoff über zwölf Stunden ab, wird zweimal täglich eingenommen und dient der Dauerbehandlung chronischer Schmerzen. Die schnell freisetzenden Zubereitungen wirken rascher und kürzer und werden bei akuten Schmerzen eingesetzt.

Warum wirkt Tapentadol bei Nervenschmerzen besser?

Neben der Opioidwirkung hemmt der Wirkstoff die Wiederaufnahme von Noradrenalin und verstärkt damit die körpereigenen schmerzhemmenden Bahnen im Rückenmark. Diese zweite Komponente greift bei Nervenschmerzen, bei denen rein opioidvermittelte Mittel oft unzureichend wirken.

Darf man Palexia retard teilen?

Nein. Durch Teilen, Zerkleinern oder Zerkauen wird die verzögerte Freisetzung aufgehoben, und die gesamte Wirkstoffmenge wird auf einmal frei. Das kann zu einer gefährlichen Überdosierung führen.

Ist Palexia ein Betäubungsmittel?

Ja. Das Präparat unterliegt den betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften mit entsprechenden Anforderungen an Verschreibung, Lagerung und Dokumentation.

Quellen

Rechtliche Hinweise und Haftungsausschluss

Diese Seite dient ausschließlich der sachlichen Information über die Zusammensetzung eines Arzneimittels und stellt keine medizinische Beratung, keine Empfehlung und keine Aufforderung zur Anwendung dar. Sie ersetzt nicht den Rat eines approbierten Arztes oder Apothekers. Verschreibungspflichtige Arzneimittel dürfen nur nach ärztlicher Verordnung angewendet werden. Maßgeblich ist stets die aktuelle Fachinformation und Gebrauchsinformation des Herstellers. Angaben zu Zusammensetzung, Stärken und Anwendungsgebieten können sich ändern und unterscheiden sich zwischen einzelnen Präparaten desselben Handelsnamens.