Dociton: Wirkstoff, Zusammensetzung und Anwendung

Dociton ist ein verschreibungspflichtiger Betablocker mit einem ungewöhnlich breiten Anwendungsspektrum. Der Wirkstoff ist unter diesem Handelsnamen sowie als Generika im Handel.

Auffällig ist, dass das Präparat weit über die Herz-Kreislauf-Behandlung hinaus eingesetzt wird, unter anderem in der Neurologie.

Dociton enthält den Wirkstoff Propranolol. Ausführliche Informationen zu Wirkweise, Dosierung und Nebenwirkungen finden Sie auf der Seite Propranolol.

Welcher Wirkstoff ist enthalten?

Dociton enthält Propranololhydrochlorid. Es handelt sich um einen nicht selektiven Betablocker.

Nicht selektiv bedeutet, dass der Wirkstoff sowohl Beta-1-Rezeptoren am Herzen als auch Beta-2-Rezeptoren an Bronchien und Blutgefäßen blockiert. Neuere Betablocker wie Bisoprolol oder Metoprolol wirken bevorzugt auf Beta-1-Rezeptoren.

Aus der fehlenden Selektivität folgt beides: das breite Anwendungsspektrum und die wichtigste Einschränkung. Die Blockade der Beta-2-Rezeptoren an den Bronchien kann bei Asthma eine schwere Atemwegsverengung auslösen.

Eine zweite Besonderheit ist die gute Fettlöslichkeit. Propranolol überwindet die Blut-Hirn-Schranke und wirkt auch im zentralen Nervensystem. Das erklärt die Anwendung bei Migränevorbeugung und essentiellem Tremor, aber auch zentrale Nebenwirkungen wie lebhafte Träume und Müdigkeit.

Ausführliche Angaben zu Wirkweise, Dosierung und Nebenwirkungen finden Sie auf der Seite Propranolol.

Darreichungsformen und Stärken

Im Handel sind unter anderem:

  • Filmtabletten in mehreren Stärken, üblich sind 10 mg, 40 mg und 80 mg
  • Retardkapseln für die einmal tägliche Gabe
  • Propranolol als Generikum zahlreicher Hersteller

Die nicht retardierte Form wird je nach Anwendungsgebiet zwei- bis viermal täglich eingenommen, weil die Halbwertszeit kurz ist. Retardzubereitungen ermöglichen die einmal tägliche Gabe.

Für die Behandlung von Blutschwämmchen im Säuglingsalter steht eine eigene Zubereitung als Lösung zum Einnehmen mit anderem Handelsnamen zur Verfügung.

Anwendungsgebiete laut Fachinformation

Anwendungsgebiete laut Fachinformation, je nach Zubereitung:

  • Bluthochdruck
  • koronare Herzkrankheit und Angina pectoris
  • bestimmte Herzrhythmusstörungen
  • Vorbeugung von Migräneanfällen
  • essentieller Tremor
  • Schilddrüsenüberfunktion als begleitende Behandlung
  • hypertrophe Kardiomyopathie
  • Phäochromozytom in Kombination mit einem Alpha-Blocker

Bei der Migränevorbeugung gehört Propranolol neben Metoprolol zu den Substanzen mit der besten Wirksamkeitsbelegung. Es geht dabei nicht um die Behandlung des akuten Anfalls, sondern um die Verminderung der Anfallshäufigkeit über Wochen.

Beim essentiellen Tremor ist Propranolol neben Primidon eines der beiden Mittel der ersten Wahl. Die Wahl richtet sich nach den Begleiterkrankungen: Bei Asthma kommt der Betablocker nicht infrage, bei ausgeprägter Müdigkeitsneigung eher nicht das Primidon.

Bei Bluthochdruck ist Propranolol heute kein Mittel der ersten Wahl mehr. Dafür stehen besser verträgliche und selektivere Substanzen zur Verfügung.

Wichtige Hinweise

Zum Präparat:

  • verschreibungspflichtig
  • im Handel als Dociton sowie als Generika
  • nicht selektiver Betablocker
  • Einnahme je nach Zubereitung ein- bis viermal täglich

Bei Asthma bronchiale und schwerer chronisch obstruktiver Lungenerkrankung darf Propranolol nicht angewendet werden. Die Blockade der Beta-2-Rezeptoren kann eine bedrohliche Atemwegsverengung auslösen.

Ein abruptes Absetzen ist gefährlich. Unter der Behandlung bildet der Körper vermehrt Betarezeptoren, sodass ein plötzliches Beenden zu Herzrasen, Blutdruckanstieg und bei koronarer Herzkrankheit zu Angina-pectoris-Anfällen führen kann. Das Ausschleichen erfolgt über ein bis zwei Wochen.

Bei Diabetes mellitus können Betablocker die Warnzeichen einer Unterzuckerung wie Herzklopfen und Zittern abschwächen. Schwitzen bleibt als Warnsignal erhalten.

Wegen der guten Fettlöslichkeit treten zentrale Nebenwirkungen wie lebhafte Träume, Albträume und Müdigkeit häufiger auf als bei wasserlöslichen Betablockern.

Häufig gestellte Fragen

Welcher Wirkstoff ist in Dociton?

Dociton enthält Propranololhydrochlorid, einen nicht selektiven Betablocker. Er blockiert sowohl Beta-1-Rezeptoren am Herzen als auch Beta-2-Rezeptoren an Bronchien und Blutgefäßen.

Warum wird Propranolol bei Migräne eingesetzt?

Der Wirkstoff ist gut fettlöslich und überwindet die Blut-Hirn-Schranke. Bei der Migränevorbeugung gehört er neben Metoprolol zu den Substanzen mit der besten Wirksamkeitsbelegung. Es geht dabei nicht um den akuten Anfall, sondern um die Verminderung der Anfallshäufigkeit.

Darf man Dociton bei Asthma nehmen?

Nein. Als nicht selektiver Betablocker blockiert Propranolol auch die Beta-2-Rezeptoren an den Bronchien und kann bei Asthma eine bedrohliche Atemwegsverengung auslösen. Bei Asthma bronchiale ist die Anwendung ausgeschlossen.

Was ist der Unterschied zu Metoprolol oder Bisoprolol?

Metoprolol und Bisoprolol wirken bevorzugt auf Beta-1-Rezeptoren am Herzen und lassen die Bronchien weitgehend unbeeinflusst. Propranolol blockiert beide Rezeptortypen. Daraus folgen das breitere Anwendungsspektrum, aber auch die Gegenanzeige bei Asthma.

Darf Dociton abrupt abgesetzt werden?

Nein. Unter der Behandlung bildet der Körper vermehrt Betarezeptoren. Ein plötzliches Absetzen kann zu Herzrasen, Blutdruckanstieg und bei koronarer Herzkrankheit zu Angina-pectoris-Anfällen führen. Das Ausschleichen erfolgt über ein bis zwei Wochen.

Quellen

Rechtliche Hinweise und Haftungsausschluss

Diese Seite dient ausschließlich der sachlichen Information über die Zusammensetzung eines Arzneimittels und stellt keine medizinische Beratung, keine Empfehlung und keine Aufforderung zur Anwendung dar. Sie ersetzt nicht den Rat eines approbierten Arztes oder Apothekers. Verschreibungspflichtige Arzneimittel dürfen nur nach ärztlicher Verordnung angewendet werden. Maßgeblich ist stets die aktuelle Fachinformation und Gebrauchsinformation des Herstellers. Angaben zu Zusammensetzung, Stärken und Anwendungsgebieten können sich ändern und unterscheiden sich zwischen einzelnen Präparaten desselben Handelsnamens.