Propanolol: Schreibvariante von Propranolol

Propanolol ist eine in der Bevölkerung weit verbreitete Schreibvariante des Wirkstoffs Propranolol. Pharmazeutisch und im internationalen Freinamen (INN) heißt die Substanz Propranolol mit zwei R. Wer in Suchmaschinen nach Propanolol sucht, meint in der Regel Propranolol, einen klassischen nicht selektiven Beta Blocker, der seit den 1960er Jahren in zahlreichen Indikationen eingesetzt wird (Handelsnamen Dociton, Obsidan sowie Generika).

Diese Seite ist ein Hinweis und Verweis. Für die vollständige pharmakologische Übersicht zu Wirkmechanismus, Indikationen, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen siehe die Hauptseite zum Wirkstoff: Propranolol. Die hier zusammengefasste Kurzdarstellung dient zur Orientierung und schnellen Beantwortung typischer Fragen zur Verwechslungsgefahr.

Wirkmechanismus

Propranolol blockiert nicht selektiv beta 1 und beta 2 Adrenozeptoren. Die Hemmung der beta 1 Rezeptoren am Herzen reduziert Frequenz, Kontraktilität und Reizleitung. Die Hemmung der beta 2 Rezeptoren an glatter Muskulatur kann Bronchokonstriktion und periphere Vasokonstriktion auslösen, was bei Asthma und peripheren Durchblutungsstörungen relevant ist.

Im zentralen Nervensystem wirkt Propranolol durch ZNS Gängigkeit auch auf Tremor, Migräne, Prüfungsangst und situative Erregung. Diese vielfältigen Wirkungen erklären den breiten Indikationsbereich, der von Hypertonie über Herzrhythmusstörungen bis zur Migräneprophylaxe und essentiellem Tremor reicht. Eine ausführliche Mechanismusdarstellung steht auf der Propranolol Wirkstoffseite.

Anwendungsgebiete

  • Arterielle Hypertonie, vor allem bei jüngeren Patienten oder bei spezifischen Komorbiditäten
  • Koronare Herzkrankheit und stabile Angina pectoris
  • Tachykarde Herzrhythmusstörungen wie supraventrikuläre Tachykardie
  • Migräneprophylaxe als etablierte Erstlinienoption
  • Essentieller Tremor mit deutlicher Besserung in Studien
  • Prüfungsangst und situative soziale Phobie als Bedarfsmedikation
  • Hyperthyreose zur symptomatischen Frequenzsenkung
  • Säuglingshämangiom als seit 2008 etablierte Therapie problematischer Hämangiome
  • Portalhypertension bei Leberzirrhose zur Blutungsprophylaxe

Eine vollständige Indikationsübersicht inklusive spezifischer Dosierungen findet sich auf der Propranolol Hauptseite.

Dosierung und Einnahme

Hypertonie und stabile Angina: 80 bis 320 mg pro Tag, oft in zwei bis drei Einzeldosen oder als Retardform einmal täglich.

Migräneprophylaxe: Einstieg mit 40 mg zwei mal täglich, Steigerung auf 80 bis 160 mg pro Tag, individuelle Beurteilung nach 8 bis 12 Wochen.

Essentieller Tremor: 40 bis 320 mg pro Tag, individuell. Der Effekt tritt rasch ein.

Prüfungsangst: 10 bis 40 mg etwa eine Stunde vor der Belastung als Bedarfsmedikation.

Säuglingshämangiom: 1 bis 3 mg pro kg Körpergewicht pro Tag in zwei bis drei Einzeldosen über mehrere Monate, in spezialisierter pädiatrischer Begleitung.

Niereninsuffizienz und Leberinsuffizienz: Propranolol wird überwiegend hepatisch metabolisiert. Bei schwerer Leberinsuffizienz vorsichtige Dosis. Bei Niereninsuffizienz keine relevante Anpassung erforderlich.

Detaillierte Dosierungsempfehlungen nach Indikation, Alter und Komorbidität stehen auf der Propranolol Wirkstoffseite.

Nebenwirkungen

Häufig: Müdigkeit, Bradykardie, Schlafstörungen mit lebhaften Träumen, kalte Hände und Füße, Schwindel beim Aufstehen.

Bei Asthma: Bronchospasmus, weshalb Propranolol bei manifestem Asthma kontraindiziert ist. Selbst bei COPD ist die Anwendung kritisch zu prüfen.

Bei Diabetes: Maskierung der Hypoglykämie Warnzeichen, vor allem unter Insulintherapie.

Bei Bradykardie und AV Block: Verschlimmerung möglich, daher Anamnese und EKG vor Therapie.

Selten: Depression, sexuelle Funktionsstörung, Psoriasis Verschlechterung, allergische Reaktionen.

Eine vollständige Nebenwirkungsübersicht und Sicherheitsempfehlungen finden sich auf der Propranolol Hauptseite.

Wechselwirkungen

  • Calcium Antagonisten wie Verapamil und Diltiazem: additive Bradykardie und negative Inotropie, Kombination kritisch prüfen.
  • Antiarrhythmika wie Amiodaron, Flecainid: additive Effekte am Herzen.
  • Antidiabetika: maskierte Hypoglykämiezeichen, Patienten schulen.
  • NSAR: reduzierte antihypertensive Wirkung.
  • SSRI mit CYP2D6 Hemmung (Paroxetin, Fluoxetin, Bupropion): erhöhte Propranololspiegel.
  • Rifampicin: reduzierte Spiegel durch CYP Induktion.
  • Alkohol: verstärkte Hypotonie und Sturzrisiko.

Besondere Hinweise

Schreibvariante: Propanolol mit einem R ist eine häufige aber nicht offizielle Schreibweise. Korrekt nach internationalem Freinamen (INN) ist Propranolol mit zwei R. Bei Rezepten und Apothekenanfragen sollte die korrekte Schreibweise verwendet werden, um Verwechslungen zu vermeiden.

Schwangerschaft und Stillzeit: Propranolol ist eines der best untersuchten Beta Blocker in der Schwangerschaft, vor allem im zweiten Trimenon. Bei Stillzeit Übergang in die Muttermilch in geringen Mengen, in der Regel akzeptabel. Detaillierte Empfehlungen auf der Propranolol Hauptseite.

Absetzen: Beta Blocker dürfen nicht abrupt abgesetzt werden, weil ein Reboundeffekt mit Tachykardie, hypertensiven Krisen und Risikoeskalation einer koronaren Herzerkrankung droht. Schrittweises Ausschleichen über mindestens zwei Wochen ist Standard.

Lebensstil: bei Migräneprophylaxe und Hypertonie sind Bewegung, Schlafhygiene, Reduktion von Koffein und Alkohol sowie Stressmanagement Teil der Therapie.

Verkehrstüchtigkeit: in der Eindosierungsphase Müdigkeit und Schwindel möglich, individuelle Beurteilung.

Wann zum Arzt: bei neuer Atemnot, neuer Bradykardie unter 50 Schlägen pro Minute, ausgeprägter Hypotonie mit Schwindel oder neuen depressiven Symptomen sollten Patienten ärztlich vorstellig werden.

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Häufig gestellte Fragen

Heißt der Wirkstoff Propanolol oder Propranolol?

Korrekt ist Propranolol mit zwei R, das ist der internationale Freiname (INN). Propanolol mit einem R ist eine sehr häufige Schreibvariante in Suchmaschinen, Foren und Patientenkommunikation, aber pharmazeutisch nicht standardisiert. Auf Rezepten und in der Fachinformation steht Propranolol.

Hilft Propranolol gegen Lampenfieber?

In niedrigen Dosen (10 bis 40 mg) eine Stunde vor einer belastenden Situation kann Propranolol körperliche Symptome wie Herzklopfen, Zittern und Schwitzen reduzieren. Es wirkt nicht direkt anxiolytisch, sondern unterbricht die periphere Stressantwort. Eine ärztliche Beratung ist sinnvoll, weil Kontraindikationen bei Asthma oder Bradykardie zu beachten sind.

Warum darf Propranolol nicht plötzlich abgesetzt werden?

Bei chronischer Therapie passt sich der Körper an die Beta Blockade an, vor allem durch Hochregulation der Rezeptoren. Beim abrupten Absetzen reagiert der Sympathikus überschießend, was zu Tachykardie, Hypertonie und kardialen Ereignissen führen kann. Schrittweises Ausschleichen über zwei Wochen oder länger schützt vor dieser Reboundreaktion.

Kann ich mit Propranolol Sport treiben?

Ja, allerdings sinkt die maximale Herzfrequenz unter Belastung deutlich ab. Wer trainiert, sollte nach subjektivem Belastungsempfinden statt nach Pulsuhrwerten steuern. Ausdauersportarten sind möglich, sehr intensive Belastungen können sich anders anfühlen. Eine ärztliche Beratung zur sportmedizinischen Belastung ist sinnvoll.

Quellen

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