Acetylcysteine: englische Schreibweise von Acetylcystein

Acetylcysteine ist die englische Schreibweise des Wirkstoffs Acetylcystein, der in der internationalen Fachliteratur und auf englischsprachigen Beipackzetteln so bezeichnet wird. In der deutschen Fachsprache und in deutschen Apotheken ist die korrekte Schreibweise Acetylcystein, oft abgekürzt als ACC oder NAC (N Acetylcystein). Beide Schreibweisen bezeichnen den gleichen Wirkstoff und werden in der Praxis synonym verwendet. Diese Seite richtet sich an Patienten, die in englischsprachigen Quellen oder auf importierten Präparaten die Bezeichnung Acetylcysteine gefunden haben und Informationen suchen.

Acetylcystein ist in Deutschland seit den 1960er Jahren als Sekretolytikum bei Atemwegserkrankungen mit zähem Schleim etabliert und seit den 1970er Jahren auch als Antidot bei Paracetamol Vergiftung. In der modernen Therapie wird Acetylcystein vor allem als rezeptfreies Hustenlösungsmittel und als verschreibungspflichtige Antidot Lösung eingesetzt. Ausführliche Informationen zum Wirkstoffprofil, zu Indikationen, Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen finden Sie auf unserer Acetylcystein Pillar Page.

Begriffsklärung

Die Schreibweise Acetylcysteine entstammt der internationalen Nomenklatur (INN, International Nonproprietary Name), während Acetylcystein die in Deutschland und in vielen europäischen Ländern verwendete Form ist. Beide Bezeichnungen referenzieren das gleiche Molekül: einen acetylierten Cystein Aminosäureabkömmling mit der chemischen Strukturformel C5H9NO3S. In medizinischer Fachliteratur, in englischsprachigen Beipackzetteln und auf importierten Originalpräparaten wird die Form Acetylcysteine häufiger gebraucht.

Andere gebräuchliche Bezeichnungen sind N Acetylcystein, NAC, Mucomyst (älterer Handelsname), Fluimucil (international gebräuchlicher Handelsname) und ACC (deutscher Handelsname). Apotheker und Ärzte erkennen alle diese Bezeichnungen als Synonyme. Bei Importpräparaten oder in Reisemedizin Kits kann die Form Acetylcysteine vorkommen, die Inhaltsstoffe sind dann identisch mit Acetylcystein in deutschen Präparaten.

Wirkmechanismus

Acetylcystein hat in der Sekretolytik die Funktion eines Mukolytikums. Es spaltet Disulfid Brücken in den Glykoproteinen des zähen Schleims und macht ihn dadurch flüssiger und besser abhustbar. In der Antidotanwendung wirkt Acetylcystein als Glutathion Vorläufer und ersetzt das durch Paracetamol verbrauchte Glutathion in der Leber, wodurch die Bildung des hepatotoxischen Metaboliten NAPQI verhindert wird. Mehr zum Wirkmechanismus auf der Acetylcystein Pillar Page.

Anwendungsgebiete

  • Atemwegserkrankungen mit zähem Schleim, akute und chronische Bronchitis, COPD, Mukoviszidose
  • Paracetamol Vergiftung als spezifisches Antidot, intravenös oder oral
  • Kontrastmittel induzierte Nephropathie als Prophylaxe (umstritten, in Leitlinien zurückhaltend bewertet)
  • Adjuvante Therapie in spezifischen Indikationen wie Schwermetallvergiftung oder hepatischer Funktionsstörung

Dosierung und Anwendung

Sekretolytikum oral Erwachsene: 600 mg pro Tag aufgeteilt auf 1 bis 3 Einzeldosen. Bei akuter Bronchitis 5 bis 7 Tage, bei chronischer Bronchitis längerfristig nach ärztlicher Anweisung.

Sekretolytikum oral Kinder: dosisangepasst nach Alter und Gewicht, in Apotheken in Form von Brausetabletten oder Granulat.

Inhalation: 300 bis 600 mg in Inhalationslösung 1 bis 3 mal täglich, hilfreich bei zähem Bronchialsekret.

Antidot bei Paracetamol Vergiftung intravenös: 150 mg pro kg über 60 Minuten, dann 50 mg pro kg über 4 Stunden, dann 100 mg pro kg über 16 Stunden. Beginn idealerweise innerhalb 8 Stunden nach der Vergiftung.

Antidot oral: 140 mg pro kg Initialdosis, dann 70 mg pro kg alle 4 Stunden für 17 Dosen.

Niereninsuffizienz / Leberinsuffizienz: in der Regel keine Anpassung erforderlich.

Nebenwirkungen

Häufig: Magen Darm Beschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Sodbrennen, Schwefelartiger Geschmack im Mund.

Gelegentlich: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Hautausschlag, Pruritus, Tinnitus, Fieber.

Selten: anaphylaktoide Reaktionen vor allem bei intravenöser Anwendung mit Bronchospasmus, Hypotonie, Hautrötung. Bei Inhalation Bronchospasmus möglich (besonders bei Asthmatikern).

Sehr selten: schwere Hautreaktionen wie Stevens Johnson Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse.

Mehr Details zu Nebenwirkungen finden Sie auf der Acetylcystein Pillar Page.

Wechselwirkungen

  • Antitussiva (Codein, Pentoxyverin, Dextromethorphan): bei gleichzeitiger Anwendung Sekretstau möglich, Kombination vermeiden.
  • Antibiotika (Penicilline, Cephalosporine, Tetracycline, Aminoglykoside): mögliche Wirkungsabschwächung. Acetylcystein und Antibiotikum mit Mindestabstand 2 Stunden einnehmen.
  • Aktivkohle: bei oraler Antidotanwendung kann Aktivkohle die Resorption von Acetylcystein behindern.
  • Nitroglycerin: theoretische Verstärkung der vasodilatorischen Wirkung, klinische Relevanz unklar.

Besondere Hinweise

Schwangerschaft und Stillzeit: Acetylcystein gilt bei strenger Indikation als sicher. Kinder: ab 2 Jahren in altersgerechter Dosierung etabliert.

Asthma bronchiale: bei Inhalation Vorsicht wegen Bronchospasmus Risiko, ggf. Komedikation mit kurz wirksamem Beta 2 Agonisten.

Magengeschwür: Vorsicht bei aktivem Magen Darm Ulkus wegen möglicher Magenschleimhautirritation.

Anwendung bei Paracetamol Vergiftung: sofort nach Diagnosestellung, möglichst innerhalb 8 Stunden, in der Klinik unter ärztlicher Aufsicht.

Verkehrstüchtigkeit: nicht beeinträchtigt durch übliche orale Anwendung.

Das könnte Sie auch interessieren

Häufig gestellte Fragen

Ist Acetylcysteine das gleiche wie Acetylcystein?

Ja, Acetylcysteine ist nur die englische Schreibweise von Acetylcystein. Pharmakologisch handelt es sich um die identische Substanz mit gleicher Wirkung, gleichen Indikationen und gleichen Nebenwirkungen. In englischsprachigen Quellen und auf importierten Präparaten wird die Form Acetylcysteine verwendet, in Deutschland Acetylcystein.

Welche Schreibweise gilt in Deutschland als korrekt?

In deutschen Apotheken und in der deutschen Fachsprache ist Acetylcystein die korrekte Schreibweise. Auf Beipackzetteln und in der Roten Liste wird durchweg diese Form verwendet. Acetylcysteine begegnet Patienten meist in importierten Präparaten oder in englischsprachigen Quellen.

Was ist der Unterschied zwischen Acetylcystein und N Acetylcystein?

Es gibt keinen pharmakologischen Unterschied. N Acetylcystein (NAC) ist die exakte chemische Bezeichnung, die das N am Stickstoff für die Acetylgruppe spezifiziert. Acetylcystein ist die kürzere und gebräuchlichere Form. In wissenschaftlichen Publikationen wird oft NAC verwendet, in der Klinik in der Regel Acetylcystein oder ACC.

Wo finde ich detaillierte Informationen zu diesem Wirkstoff?

Detaillierte Informationen zu Wirkmechanismus, Anwendungsgebieten, Dosierung, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Hinweisen finden Sie auf unserer Hauptseite zu Acetylcystein. Diese Seite enthält die ausführliche Pillar Page mit allen Aspekten des Wirkstoffs.

Quellen

Rechtliche Hinweise und Haftungsausschluss

Die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar. Sie ersetzen nicht den Rat eines approbierten Arztes oder Apothekers. Alle Angaben basieren auf zum Zeitpunkt der Erstellung veröffentlichten Fachinformationen und anerkannten wissenschaftlichen Quellen, maßgeblich ist stets die jeweils aktuelle Fachinformation des Herstellers. Sanoliste übernimmt keine Haftung für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der dargestellten Informationen. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie den Notruf 112.