Gesundheitsuntersuchung

Definition

Die Gesundheitsuntersuchung, umgangssprachlich Check-up, ist eine Untersuchung zur Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen und Diabetes mellitus. Sie ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung für Erwachsene ohne Beschwerden.

Sie richtet sich ausdrücklich an Menschen ohne Symptome. Wer Beschwerden hat, wird nicht im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung abgeklärt, sondern gezielt diagnostiziert.

Ihr Nutzen wird fachlich unterschiedlich beurteilt. Auswertungen allgemeiner Reihenuntersuchungen konnten keinen deutlichen Effekt auf die Sterblichkeit zeigen. Unstrittig ist dagegen der Nutzen der gezielten Erfassung einzelner Risikofaktoren, die anschließend behandelt werden können.

Rechtliche Grundlagen

Rechtsgrundlage ist § 25 Sozialgesetzbuch Fünftes Buch. Die Einzelheiten regelt die Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses.

Der Anspruch besteht:

  • zwischen dem 18. und dem 34. Lebensjahr einmalig, insbesondere bei entsprechendem Risikoprofil
  • ab dem 35. Lebensjahr alle drei Jahre

Zusätzlich besteht ab dem 35. Lebensjahr einmalig ein Anspruch auf ein Screening auf Hepatitis B und Hepatitis C. Es kann zusammen mit der Gesundheitsuntersuchung erfolgen.

Die Kontrolle des Impfstatus ist ausdrücklich Bestandteil der Untersuchung. Damit wird der Check-up zugleich zu einem Anlass, fehlende Schutzimpfungen nachzuholen.

Bedeutung in der Praxis

Zum Umfang gehören insbesondere:

  • Anamnese einschließlich Familien-, Sozial- und Arbeitsanamnese
  • körperliche Untersuchung
  • Messung des Blutdrucks
  • Bestimmung von Gesamtcholesterin, LDL, HDL, Triglyzeriden und Nüchternblutzucker
  • Urinuntersuchung
  • Beratung zum Untersuchungsergebnis und zu Risikofaktoren
  • Überprüfung des Impfstatus

Ein häufiger Irrtum ist die Erwartung eines großen Blutbilds oder einer Krebsvorsorge. Beides ist nicht Bestandteil. Die Krebsfrüherkennung läuft über eigene Programme mit eigenen Altersgrenzen und Intervallen.

Ebenso wenig enthalten sind Ultraschall, EKG oder Belastungsuntersuchungen. Sie werden nur bei konkretem Anlass durchgeführt und sind sonst individuelle Gesundheitsleistungen, die selbst zu zahlen sind.

Sinnvoll ist, den Termin vorzubereiten: eine Liste der eingenommenen Arzneimittel einschließlich frei verkäuflicher Präparate, bekannte Erkrankungen in der Familie sowie den Impfausweis mitzubringen. Das erhöht den Nutzen des Gesprächs deutlich mehr als jeder zusätzliche Laborwert.

Der eigentliche Wert liegt weniger in den Messwerten als im Beratungsgespräch. Rauchen, Bewegungsmangel, Ernährung und Alkoholkonsum wirken sich auf das Erkrankungsrisiko stärker aus als die meisten Einzelwerte.

Wird ein Risikofaktor festgestellt, kann eine Präventionsempfehlung ausgestellt werden. Sie dient als Nachweis für die Bezuschussung eines zertifizierten Kurses durch die Krankenkasse.

Für privat Versicherte richtet sich der Umfang nach dem Vertrag. Häufig sind Untersuchungen enthalten, die über die gesetzliche Leistung hinausgehen, was nicht ohne Weiteres einen größeren Nutzen bedeutet.

Abgrenzung und verwandte Begriffe

Die Krebsfrüherkennung ist ein eigenes Angebot mit eigenen Altersgrenzen und Intervallen und nicht Teil des Check-ups.

Die arbeitsmedizinische Vorsorge bezieht sich auf Wechselwirkungen zwischen Arbeit und Gesundheit und wird vom Arbeitgeber veranlasst und bezahlt.

Individuelle Gesundheitsleistungen sind Zusatzangebote außerhalb des Leistungskatalogs, die privat zu zahlen sind und deren Nutzen häufig nicht belegt ist.

Verwandte Begriffe: Früherkennung, Präventionsgesetz, Gesetzliche Krankenversicherung.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie oft habe ich Anspruch auf einen Check-up? Zwischen dem 18. und dem 34. Lebensjahr einmalig, ab dem 35. Lebensjahr alle drei Jahre. Zusätzlich besteht ab 35 einmalig ein Anspruch auf ein Screening auf Hepatitis B und C.

Ist ein großes Blutbild enthalten? Nein. Bestimmt werden Cholesterinwerte, Triglyzeride und Nüchternblutzucker sowie ein Urinstatus. Ein großes Blutbild gehört nicht dazu und wird nur bei konkretem Anlass veranlasst.

Ist die Krebsvorsorge Teil des Check-ups? Nein. Die Krebsfrüherkennung läuft über eigene Programme mit eigenen Altersgrenzen und Intervallen. Beides kann in einem Termin erfolgen, ist aber rechtlich getrennt.

Bringt ein Check-up überhaupt etwas? Der Nutzen allgemeiner Reihenuntersuchungen ist fachlich umstritten, ein deutlicher Effekt auf die Sterblichkeit ließ sich nicht zeigen. Unstrittig ist der Nutzen der gezielten Erfassung von Risikofaktoren wie Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten sowie der Beratung.

Werden EKG oder Ultraschall gemacht? Nicht im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung. Beides wird nur bei konkretem Anlass durchgeführt, sonst handelt es sich um individuelle Gesundheitsleistungen, die selbst zu zahlen sind.

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