Hospiz

Definition

Ein Hospiz ist eine Einrichtung oder ein Dienst zur Begleitung von Menschen in der letzten Lebensphase. Zu unterscheiden sind das stationäre Hospiz als eigenständige Einrichtung und der ambulante Hospizdienst, der Menschen zu Hause, im Pflegeheim oder im Krankenhaus begleitet.

Im Mittelpunkt steht nicht die Behandlung einer Krankheit, sondern der Mensch mit seinen Bedürfnissen. Ziel ist ein Sterben in Würde, ohne belastende Beschwerden und ohne Vereinsamung.

Der ambulante Hospizdienst ist der in Deutschland weitaus häufigere Weg. Er ermöglicht die Begleitung in der gewohnten Umgebung, was dem Wunsch der meisten Menschen entspricht.

Rechtliche Grundlagen

Rechtsgrundlage ist § 39a Sozialgesetzbuch Fünftes Buch. Absatz 1 regelt die stationäre Hospizversorgung, Absatz 2 die Förderung ambulanter Hospizdienste.

Voraussetzungen für die Aufnahme in ein stationäres Hospiz:

  • eine unheilbare, fortschreitende Erkrankung
  • eine begrenzte Lebenserwartung
  • palliativ-medizinischer und palliativ-pflegerischer Versorgungsbedarf
  • eine Krankenhausbehandlung ist nicht erforderlich
  • eine Versorgung zu Hause oder im Pflegeheim ist nicht möglich

Erforderlich ist eine ärztliche Bescheinigung über die Notwendigkeit. Die Krankenkasse genehmigt die Aufnahme.

Seit dem Hospiz- und Palliativgesetz von 2015 tragen Kranken- und Pflegekasse die Kosten des stationären Hospizes vollständig. Für die Betroffenen entsteht kein Eigenanteil. Das Hospiz selbst muss einen Anteil der Kosten aus Spenden und ehrenamtlicher Arbeit aufbringen.

Der ambulante Hospizdienst ist für Betroffene und Angehörige kostenlos. Die Begleitung erfolgt ehrenamtlich, koordiniert durch hauptamtliche Fachkräfte, deren Finanzierung die Krankenkassen fördern.

Bedeutung in der Praxis

Ein stationäres Hospiz ist deutlich kleiner als ein Pflegeheim, meist mit acht bis sechzehn Plätzen, und personell erheblich besser ausgestattet. Der Alltag ist auf individuelle Wünsche ausgerichtet, feste Essens- und Besuchszeiten gibt es in der Regel nicht.

Die Vorstellung, ein Hospiz sei ein Ort, an dem nichts mehr getan wird, trifft nicht zu. Es findet Palliativversorgung auf hohem Niveau statt, mit dem Ziel der Beschwerdefreiheit statt der Lebensverlängerung.

Der ambulante Hospizdienst begleitet auch Angehörige, vor dem Tod und in der Trauerzeit danach. Ehrenamtliche werden geschult und fachlich begleitet.

Für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bestehen eigene Kinderhospize. Sie unterscheiden sich grundlegend, weil die Begleitung häufig über Jahre erfolgt und wiederholte Aufenthalte auch zur Entlastung der Familie möglich sind.

Die Wartezeiten auf einen stationären Platz sind regional sehr unterschiedlich. Eine frühzeitige Kontaktaufnahme ist sinnvoll, auch wenn der Zeitpunkt noch offen ist. Die Aufnahme in eine Warteliste verpflichtet zu nichts.

Auch in einem Hospiz gilt der Wille der betroffenen Person. Eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht sollten vorliegen und dem Team bekannt sein.

Abgrenzung und verwandte Begriffe

Das Pflegeheim ist auf dauerhafte Versorgung angelegt und folgt dem Leistungsrecht des Elften Buches mit Eigenanteil.

Die Palliativstation ist Teil eines Krankenhauses und dient der Behandlung akuter Symptomkrisen mit dem Ziel der Entlassung, nicht der Begleitung bis zum Lebensende.

Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung ist eine medizinisch-pflegerische Leistung, keine Einrichtung. Sie kann parallel zur ambulanten Hospizbegleitung erbracht werden.

Verwandte Begriffe: Palliativversorgung, Pflegeheim, Patientenverfügung.

Häufige Fragen (FAQ)

Was kostet ein Hospizplatz? Für Betroffene nichts. Seit dem Hospiz- und Palliativgesetz von 2015 tragen Kranken- und Pflegekasse die Kosten vollständig. Das Hospiz selbst muss einen Anteil aus Spenden und ehrenamtlicher Arbeit aufbringen.

Was ist der Unterschied zwischen Hospiz und Palliativstation? Die Palliativstation gehört zum Krankenhaus und behandelt akute Symptomkrisen mit dem Ziel der Entlassung. Das stationäre Hospiz begleitet Menschen in der letzten Lebensphase bis zum Tod.

Welche Voraussetzungen gelten für die Aufnahme? Eine unheilbare, fortschreitende Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung, palliativer Versorgungsbedarf, keine Erforderlichkeit einer Krankenhausbehandlung und keine Möglichkeit der Versorgung zu Hause oder im Pflegeheim. Erforderlich ist eine ärztliche Bescheinigung.

Was macht ein ambulanter Hospizdienst? Er begleitet Menschen in der gewohnten Umgebung, also zu Hause, im Pflegeheim oder im Krankenhaus, und unterstützt auch Angehörige, vor dem Tod und in der Trauerzeit. Die Begleitung ist ehrenamtlich und für Betroffene kostenlos.

Gibt es Hospize für Kinder? Ja. Kinderhospize unterscheiden sich grundlegend, weil die Begleitung häufig über Jahre erfolgt und wiederholte Aufenthalte auch zur Entlastung der Familie möglich sind.

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