PTA (pharmazeutisch-technische Assistenz)
Definition
Pharmazeutisch-technische Assistentinnen und Assistenten sind Angehörige eines pharmazeutischen Fachberufs. Sie arbeiten überwiegend in öffentlichen Apotheken und Krankenhausapotheken und üben ihre Tätigkeit unter der Aufsicht und Verantwortung einer approbierten Person aus.
In der Wahrnehmung vieler Kundinnen und Kunden sind die Rollen im Verkaufsraum nicht unterscheidbar. Tatsächlich unterscheiden sich Ausbildung und rechtliche Verantwortung erheblich.
Der Beruf ist zahlenmäßig die tragende Säule der Apotheke. Ohne ihn wäre die Versorgung in der Fläche nicht zu leisten, weshalb der Fachkräftemangel in diesem Bereich unmittelbar auf die Öffnungszeiten durchschlägt.
Rechtliche Grundlagen
Grundlage ist das Gesetz über den Beruf der pharmazeutisch-technischen Assistentin und des pharmazeutisch-technischen Assistenten. Es wurde mit dem PTA-Reformgesetz überarbeitet, die neuen Regelungen gelten seit Anfang 2023.
Die Ausbildung dauert zweieinhalb Jahre und besteht aus einem zweijährigen schulischen Teil an einer PTA-Schule und einem anschließenden halbjährigen Praktikum in einer Apotheke.
Die Tätigkeit erfolgt unter Aufsicht einer approbierten Person. Die Reform hat die Möglichkeit geschaffen, den Umfang der Beaufsichtigung zu verringern, wenn eine ausreichende Qualifikation und Berufserfahrung vorliegen und die Apothekenleitung dies festlegt.
Unabhängig davon bleibt die pharmazeutische Gesamtverantwortung bei der Apothekenleitung. Bestimmte Tätigkeiten sind approbierten Personen vorbehalten, etwa die abschließende Freigabe in besonderen Fällen.
Die Apothekenbetriebsordnung regelt, welches Personal für welche Tätigkeiten eingesetzt werden darf und welche Anforderungen an die Dokumentation gelten.
Bedeutung in der Praxis
Zu den Aufgaben gehören unter anderem:
- Abgabe von Arzneimitteln und Beratung dazu
- Herstellung von Rezepturen und Defekturen
- Prüfung von Ausgangsstoffen
- Warenwirtschaft, Wareneingang und Prüfung der Kühlkette
- Verifizierung im Fälschungsschutzsystem securPharm
- Mitwirkung an Dokumentation und Qualitätsmanagement
Die Reform sollte den Beruf attraktiver machen, etwa durch die Möglichkeit reduzierter Beaufsichtigung. Kritisch angemerkt wird, dass die Ausbildung weiterhin überwiegend an Schulen in privater Trägerschaft stattfindet und in mehreren Ländern Schulgeld anfällt.
Ein Ausbildungsentgelt gibt es im schulischen Teil in der Regel nicht. Das unterscheidet den Beruf von dualen Ausbildungsberufen wie der medizinischen Fachangestellten und wird als Grund für den Nachwuchsmangel angeführt.
In der Krankenhausapotheke liegt der Schwerpunkt häufig auf Herstellung und Belieferung von Stationen, etwa bei der Zubereitung von Zytostatika unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen.
Die Berufsbezeichnung ist geschützt. Wer sie ohne die entsprechende Erlaubnis führt, handelt ordnungswidrig. In der Apotheke muss aus dem Namensschild hervorgehen, welche Qualifikation die beratende Person hat.
Für Betroffene ist im Beratungsgespräch nicht entscheidend, wer berät, sondern dass beraten wird. Bei komplexen Fragen zur Mehrfachmedikation ist es dennoch sinnvoll, ausdrücklich nach der Apothekerin oder dem Apotheker zu fragen.
Abgrenzung und verwandte Begriffe
Die pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte ist ein kaufmännischer Ausbildungsberuf und arbeitet im Warenlager, in der Beschaffung und im Verkauf freiverkäuflicher Waren, nicht in der Arzneimittelabgabe.
Der Apotheker hat ein Hochschulstudium mit Approbation abgeschlossen und trägt die pharmazeutische Verantwortung.
Der Pharmazieingenieur ist eine fortgeführte Berufsbezeichnung aus der DDR mit eigenem Tätigkeitsumfang.
Verwandte Begriffe: Apotheker, Apothekenbetriebsordnung, MFA.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie lange dauert die Ausbildung? Zweieinhalb Jahre, bestehend aus zwei Jahren an einer PTA-Schule und einem anschließenden halbjährigen Praktikum in einer Apotheke.
Darf eine PTA eigenständig beraten? Die Tätigkeit erfolgt unter Aufsicht einer approbierten Person. Seit der Reform kann der Umfang der Beaufsichtigung bei ausreichender Qualifikation und Berufserfahrung verringert werden. Die pharmazeutische Gesamtverantwortung bleibt bei der Apothekenleitung.
Was ist der Unterschied zur PKA? Die pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte ist ein kaufmännischer Beruf mit Schwerpunkt Warenlager, Beschaffung und Verkauf freiverkäuflicher Waren. Sie gibt keine Arzneimittel ab.
Gibt es während der Ausbildung eine Vergütung? Im schulischen Teil in der Regel nicht, und in mehreren Bundesländern fällt Schulgeld an. Das unterscheidet den Beruf von dualen Ausbildungsberufen und gilt als ein Grund für den Nachwuchsmangel.
Woran erkenne ich, wer mich berät? Am Namensschild, das die Berufsbezeichnung ausweisen soll. Bei komplexen Fragen zur Mehrfachmedikation ist es sinnvoll, ausdrücklich nach der Apothekerin oder dem Apotheker zu fragen.